Gute Reise! Handgepäckkoffer im Test
9 von 15 Handgepäckkoffern sind gut. Die meisten halten viel aus. Regendurchlässigkeit und Schadstoffe sind die größten Probleme.
Handgepäckkoffer müssen auf Reisen einiges aushalten: Gehsteigkanten, Gepäckfächer, ruppige Behandlung am Flughafen und mitunter auch kräftige Regenschauer. In einem gemeinsamen Test von VKI und Stiftung Warentest wurden deshalb 15 Modelle auf Herz und Nieren geprüft.
Neun der getesteten Koffer erreichten die Note „gut“. An der Spitze lagen punktegleich der Rimowa Essential Cabin S, der Samsonite Essens 55 und der Titan Upgrade S20. Rimowa überzeugte mit hoher Stabilität, sehr guter Regenbeständigkeit und lebenslangen kostenlosen Reparaturen. Der Samsonite punktete mit seinem Rahmenverschluss statt eines Reißverschlusses. Der Titan wiederum ließ sich besonders angenehm packen und schnitt bei der Gepäckorganisation am besten ab.
Ein wichtiger Aspekt ist die tatsächliche Größe. Viele Fluglinien erlauben nur Handgepäck mit maximal 20 Zentimetern Tiefe. Einige getestete Modelle überschreiten dieses Maß und können dadurch zusätzliche Gebühren verursachen. Auch die Angaben zum Fassungsvermögen erwiesen sich nicht immer als zuverlässig. Während der Bugatti-Koffer deutlich weniger Volumen bot als vom Hersteller versprochen, überraschte der Wenger mit einem besonders großen Stauraum.
Im Belastungstest zeigten die meisten Koffer eine hohe Robustheit. Ausnahmen gab es jedoch: Beim American Tourister versagte bereits nach 31 Kilometern die Teleskopstange, später gingen im Falltest zusätzlich zwei Rollen zu Bruch.
Schwachpunkt vieler Modelle war die Regenbeständigkeit. Besonders auffällig war der Wenger-Koffer, der sich im Test regelrecht mit Wasser vollsog. Auch mehrere andere Modelle ließen mehr als einen Liter Wasser ins Innere eindringen. Als besonders wetterfest erwies sich dagegen der Rimowa.
Kritisch fällt die Schadstoffbilanz einiger Weichschalenkoffer aus. In den Außenstoffen von Delsey, Roncato und Stratic fanden die Prüfer hohe Mengen bestimmter PFAS-Chemikalien, die in der EU teilweise bereits verboten sind. Diese Stoffe gelten als problematisch, weil sie in der Umwelt kaum abgebaut werden. Zusätzlich wurden in einzelnen Tragegriffen erhöhte Konzentrationen von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) festgestellt.
Zum gesamten Test