01.09.2022

Zahlungsschwierigkeiten bei Strom und Gas: Das können Sie jetzt tun!

Sie haben Probleme beim Bezahlen ihrer Rechnungen? Das können Sie tun, um die Strom- und Gaspreissteigerungen abzufedern.

  • Zu aller erst sollten Sie möglichst rasch Ihren jeweiligen Energieanbieter kontaktieren, um individuelle Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Wenn Sie Ihre Jahresabrechnung erhalten und mit einer hohen Nachzahlung konfrontiert sind, die Sie nicht auf einmal zahlen können, haben Sie den gesetzlichen Anspruch auf Ratenzahlungsvereinbarung von bis zu 18 Monaten. Dieses Recht gilt aber derzeit nur für Stromkund:innen. 

  • Armutsbetroffene Haushalte, die GIS-befreit sind, haben Anspruch auf Befreiung der Ökostromförderkosten. Sie müssen aber einen Antrag stellen, und zwar beim Gebühren Info Service.

  • Wenn Sie vor der Abschaltung von Strom und Gas stehen, haben Sie das Recht, sich auf die sogenannte Grundversorgung zu berufen. Hier finden Sie weitere Informationen zur Grundversorgung, sowie einen Musterbrief für den Lieferantrag auf Grundversorgung.

  • Wenn Sie die finanziellen Belastungen Ihrer Energierechnungen gar nicht mehr stemmen können, sollten Sie sich an eine soziale Beratungsstelle wenden. Die Regulierungsbehörde E-Control bietet hier eine Auflistung der Beratungsstellen inkl. Überbrückungshilfen nach Bundesländern an.

AK Niederösterreich-Mitglieder haben unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, unseren Energiebonus in Höhe von 200 Euro zu bekommen. Welche das sind, können Sie hier nachlesen.

Außerdem gibt es Entlastungspakete der jeweiligen Bundesländer. Hier kommt es darauf an, wo Sie laut Zentralem Melderegister (ZMR) Ihren Hauptwohnsitz gemeldet haben.

Energieförderungen bei Hauptwohnsitz in Niederösterreich

In Niederösterreich gibt es den blau-gelben Strompreisrabatt. Dieser ist abhängig von der Haushaltsgröße und bringt 170 Euro bis 457 Euro pro Haushalt. Anspruch darauf haben alle, die mit 1. Juli 2022 ihren Hauptwohnsitz in Niederösterreich gemeldet hatten. Niederösterreicher:innen können den Rabatt ab September 2022 online oder beim Gemeindeamt beantragen.

Wo der Online-Antrag möglich ist, kommt auf den Energielieferanten an:

  • Kund:innen von EVN können den Antrag bis 31. März 2023 direkt über die Website der EVN stellen, und zwar hier. Alternativ können Sie den Rabatt auch persönlich in einem Service Center beantragen.
  • Kund:innen von Verbund können ihren Antrag von 26. September 2022 bis 31. März 2023 direkt bei Verbund oder hier online stellen.
  • Kund:innen von Wien Energie können sich für den blau-gelben Strompreisrabatt ab 26. September 2022 direkt beim Energielieferanten oder hier online vormerken lassen.
  • Alle anderen können den NÖ-Strompreisrabatt bis 30. September 2023 hier über die Website des Landes Niederösterreich beantragen. Für nähere Fragen wenden Sie sich an die NÖ-Landesregierung. 

Wichtig: Ohne Antrag bekommen Sie den Rabatt nicht! Wann Sie Ihren Antrag stellen hat aber keine Auswirkung auf die Höhe der Förderung.

Anschließend wird der Rabatt ab Oktober bis 30. September 2023 gewährt. Bei Kund:innen von EVN, Verbund und Wien Energie wird der Betrag direkt aliquot von den Teilbeträgen der Stromrechnung (monatlich, vierteljährlich, Schlussrechnung) abgezogen. Kund:innen anderer Energielieferanten bekommen den blau-gelben Strompreisrabatt nach der Gewährung in monatlichen Teilbeträgen auf das angegebene Bankkonto überwiesen.

Dank der Verhandlungen von AK Niederösterreich Präsident und ÖGB Niederösterreich Vorsitzendem Markus Wieser mit dem Vorstand der EVN können EVN-Kund:innen aus Niederösterreich außerdem bis zu 17 Prozent Rabatt durch einen Tarifwechsel erhalten. Was wir in den Gesprächen sonst noch erreicht haben, können Sie hier nachlesen.

Für einkommensschwache Haushalte gibt es noch weitere Maßnahmen:

Energieförderungen bei Hauptwohnsitz in Wien

Auch die Stadt Wien bietet ein Entlastungspaket für Wiener:innen an, dieses nennt sich Wiener Energiebonus ‘22. Der Antrag für die 200 Euro pro Haushalt kann im vierten Quartal gestellt werden, zur Auszahlung kommt es im Dezember 2022. Achtung: Hierfür dürfen Sie ein Bruttojahresgehalt von 40.000 Euro (Einpersonenhaushalte) bzw. 100.000 Euro (Mehrpersonenhaushalte) nicht überschreiten!

Für besonders betroffene Wiener:innen gibt es zusätzliche Entlastungen durch die Wiener Energieunterstützung Plus und die Wiener Energiekostenpauschale.

Bleiben Sie am Laufenden mit dem AK-Newsletter!

Jetzt anmelden und informiert bleiben.

Kontakt

Kontakt

Konsumentenschutz

Mo - Fr: 8 - 13 Uhr 

Telefon: +43 5 7171 23000

E-Mail

Videoberatung

Das könnte Sie auch interessieren

Junge Frau sitzt nachdenklich vor ihrem Laptop © Prostock-studio, stock.adobe.com

Energie: Änderungen bei Preisen und Verträgen

Was Sie tun können, wenn Ihr Strom- oder Gasanbieter die Tarife erhöht, den Vertrag kündigt oder die Lieferbedingungen ändert.

AK Niederösterreich Präsident und ÖGB Niederösterreich Vorsitzender Markus Wieser im Gespräch mit einem Mann in einem Heizraum © Klaus Vyhnalek, AK Niederösterreich

EVN: Keine Energieabschaltungen bis Ende März

Bundesregierung muss ernsthaft in der EU auf Aus für „Merit Order“ drängen und Energiepreise deckeln