Öffentlich zugelassener Rauchfangkehrer: Infos zu Leistungen und Gebühren

Auch wenn dank moderner Brennwerttechnologie das Entfernen von angesammeltem Ruß schon lange nicht mehr zur Hauptaufgabe eines Rauchfangkehrers zählt, ist die Inspektion von Feuerstätten, Abgasanlagen und Luftschächten in regelmäßigen Intervallen durchzuführen. Die Überprüfung ist landesgesetzlich bestimmt und daher sowohl seitens des Kaminkehrers als auch der KonsumentIn verpflichtet einzuhalten. Die Arbeiten müssen durch einen öffentlich zugelassenen Rauchfangkehrer (ÖZR) erfolgen.

Kehrtermine sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die AK Niederösterreich hat gemeinsam mit der Landesinnung der Rauchfangkehrer für Niederösterreich die Leistungen und Gebühren des ÖZR in der Broschüre "Rauchfangkehrerfibel" zusammengefasst.

Überprüfungs- und Kehrperioden

Überprüfungs- und Kehrperioden sind regelmäßige Intervalle in welchen Feuerstätten, Abgasführungen und Luftschächte überprüft und gegebenenfalls gekehrt werden. Die NÖ Landesregierung hat festgelegt, wie viele Inspektionen pro Jahr vorzunehmen sind.
Die Art des verwendeten Brennstoffes, der Zeitraum der Benützung der Abgasanlage und die Art der Feuerstätte bestimmen die Anzahl der Überprüfungen.

Termine

Der Rauchfangkehrer ist verpflichtet, den Termin zur Überprüfung und gegebenenfalls Kehrung spätestens zwei Wochen vorher bekanntzugeben. Die NutzerInnen des Hauses oder der Wohnung müssen dem Rauchfangkehrer ungehinderten Zugang zu den Überprüfungsgegenständen ermöglichen.

Achtung: Unterschiedliche Intervalle für Termine

Feuerstätten und Verbindungsstücke, Abgasanlagen mit angeschlossenen Feuerstätten und Luftschächte haben jeweils unterschiedliche Überprüfungsintervalle! Die Intervalle sind gesetzlich vorgeschrieben.

Zusätzliche Überprüfungen

Anlassbezogen gibt es weitere Gründe für Überprüfungen. In folgenden Fällen vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Rauchfangkehrer:

  • erstmalige Inbetriebnahme einer Feuerstätte, Abgasanlage oder Luftschacht
  • Neuerrichtung einer Anschlussstelle oder einer Reinigungsöffnung
  • im Gebrechensfall
  • nach Instandsetzung oder einer wesentlichen baulichen Änderung der Feuerstätte, Abgasanlage oder des Luftschachts
  • Wiederbenützung nach einem Jahr oder länger

Aufzeichnungen

Der Rauchfangkehrer muss Aufzeichnungen über seine sicherheitsrelevanten Tätigkeiten führen, und diese beispielsweise in Hausakten, Überprüfungsbüchern oder Hauslisten festhalten.

Tipp/Hinweis/Achtung

Wenn in Ihrem Haus mehrere Abgasanlagen vorhanden sind, sollten Sie zusätzlich zur Unterschrift festhalten, welche Abgasanlagen und Feuerstätten tatsächlich überprüft und gegebenenfalls gekehrt wurden.

Abmeldung von Überprüfungsgegenständen 

Wird ein Überprüfungsgegenstand (Feuerstätte, Abgasanlage oder Luftschacht) über ein Jahr lang nicht verwendet, unterliegt er laut dem niederösterreichischen Feuerwehrgesetz auch nicht der Überprüfungspflicht. Die Nichtbenützung muss dem Rauchfangkehrer schriftlich gemeldet werden.

Tipp/Hinweis/Achtung

Falls Ihre Feuerstätte betriebsbereit an der Abgasanlage angeschlossen bleibt, sollten Sie diese für den Notfallbetrieb angemeldet lassen, also für eine Überprüfung im Jahr. Sollten Sie die Feuerstätte nicht mehr benutzen, verschließen Sie die Anschlussstelle mit einer Mauerkapsel.

TIPP

Überlegen Sie sich vor der Abmeldung, ob Ihre Heizungsanlage voraussichtlich mehrere Jahre lang nicht benützt wird oder nur über einen kürzeren Zeitraum von zwei oder drei Jahren. Unter Umständen kann die laufende Überprüfung nämlich kostengünstiger sein als eine relativ kurzfristige Abmeldung samt Funktionsfähigkeitsprüfung vor der Wiederbenützung.


Überprüfungs- und Kehrgebühr

Das NÖ Landesgesetz schreibt zum Schutz der KonsumentInnen, also den zahlungspflichtigen EigentümerInnen oder den Nutzungsbrechtigten, Höchstarife für Überprüfung und gegebenenfalls Kehrung vor!

Aufnahmeblatt und Gebührenberechnungsblatt

Bei Änderungen an Überprüfungsgegenständen ist ein Aufnahmeblatt sowie ein Gebührenberechnungsblatt vom Rauchfangkehrer zu erstellen. Das Gebührenberechnungsblatt wird der KonsumentIn auf Wunsch jederzeit in einfacher Ausfertigung aushändigt.

Erklärung zur Gebührenberechnung

Die Gebühr für die Überprüfung und gegebenenfalls die Kehrung von Feuerstätten, Abgasanlagen und Luftschächten setzt sich zusammen aus:

  • Jahresgrundgebühr
  • Arbeitsgebühr: zum Beispiel der bürokratische Aufwand für Terminkoordination und Datenverwaltung, Betreuung im Notfall und Gebühr für die Wegzeiten

Wechsel des Rauchfangkehrers

Innerhalb eines Kehrgebiets können KonsumentInnen Ihren Rauchfangkehrer wechseln: Kündigung und Antrag an den neuen Rauchfangkehrer müssen schriftlich erfolgen.

Wechsel bei mehreren Parteien

Beim Antrag zum Wechsel sollten KundInnen beachten, dass bei einem Mehrparteienhaus das ganze Haus den Rauchfangkehrer wechseln muss.

Zustandsbericht und Übernahme

Der bisher zuständige Rauchfangkehrer muss einen Brericht über die zuletzt erfolgte Kehrung und den Zustand des Kehrobjektes an den neu beauftragten Rauchfangkehrer, an die Gemeinde und an den Eigentümer des Kehrobjektes übermitteln. Für den Zustandsbericht dürfen keine weiteren Kosten verrechnet werden.
Der Wechsel ist erst dann gültig, wenn der neue Rauchfangkehrer seinem Vorgänger die Übernahme bestätigt.

Zeitpunkt

Der Wechsel des Rauchfangkehrers darf nicht während der Heizperiode von 1. Oktober bis 30. April und nicht später als vier Wochen vor dem nächstfolgenden Kehrtermin oder Feuerbeschau vorgenommen werden.

Überpüfung von Zentralheizungsanlagen mit Heizkessel

Zentralheizungsanlagen mit Heizkessel zur Erhitzung von Wasser als Wärmeträger müssen ebenso periodisch auf Funktion und ausgehende Emmissionen überprüft werden.

Intervalle

Bei der erstmaligen Inbetriebnahme des Heizkessels muss eine Überprüfung stattfinden. Danach erfolgen die Kontrollen bei einer Nennwärmeleistung zwischen 6 und 50 Kilowatt (kw) alle drei Jahre. Bei einer Nennwärmeleistung von über 50 kW ist eine jährliche Überprüfung erforderlich.

Tipp/Hinweis/Achtung

Die Kilowatt gibt der Hersteller des Heizkessels am Geräteschild an.

Feuerbeschau

Ihr zuständiger Rauchfangkehrer ist verpflichtet die feuerpolizeiliche Beschau mindestens einmal innerhalb von 10 Jahren selbsttätig und eigenverantwortlich zu planen, zu organisieren und durchzuführen.

Zweck

Im Zuge der feuerpolizeilichen Beschau wird überprüft, ob Mängel vorliegen, die die Brandsicherheit gefährden oder die Brandbekämpfung sowie Rettungsarbeiten erschweren oder gar verhindern.

Kostenverrechnung

Die Kosten der feuerpolizeilichen Beschau werden vom Rauchfangkehrer bei großvolumigen Objekten aufgeschlüsselt in Gebäude, Wohneinheiten, Nebengebäude etc. und in einer Gesamtrechnung der Hausverwaltung übermittelt. Die Hausverwaltung verrechnet diese Kosten als Betriebskosten über die Betriebskostenabrechnung im Sinne der Verteilerschlüssel auf die jeweiligen Wohneinheiten. Eine direkte Verrechnung an Mieter, Wohnungseigentümer oder sonstige Nutzungsberechtige findet bei großvolumigen Objekten nicht statt!
Bei beispielweise einem Einfamilienhaus oder Kleinwohnhaus erfolgt eine Direktverrechnung mit den EigentümerInnen.

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