Dachdecker gesucht? So unterscheiden sich die Preise!
Ganz egal ob die Dachrinne mal wieder mit Blättern verstopft ist, oder sich nach dem letzten Unwetter Wasserflecken an der Decke gebildet haben – einen Dachdecker braucht man schnell einmal. Zwischen den Betrieben bestehen aber oft große Preisunterschiede! Damit Sie den Überblick behalten, hat die AK Niederösterreich Preise regionaler Dachdeckerbetriebe erhoben.
Vorsicht bei Notfällen!
Gerade bei Notfällen, die außerhalb der regulären Bürozeiten passieren, ist Vorsicht geboten. Es kann hier nämlich schnell zu überhöhten Rechnungen kommen. Vereinbaren Sie daher den Preis für den Notdienst am besten vorher telefonisch. Notieren Sie Datum, Preis und den Namen der Person, mit der Sie darüber gesprochen haben. Dieses Gedächtnisprotokoll dient im Streitfall zur Beweissicherung.Durchschnittlich 94 Euro für die Facharbeiterstunde
Die Stunde eines Facharbeiters kostet zwischen 68 und 111 Euro. Das bedeutet eine Preisdifferenz von 63 Prozent zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter. Im Durchschnitt ergibt das einen Richtwert von 94 Euro für die Facharbeiterstunde bei Dachdeckern.
Bei der Partiestunde zeigten sich größere Preisunterschiede: Die Partiestunde (Facharbeiter und Helfer oder Lehrling) liegt zwischen 128 und 234 Euro (Differenz rund 83 Prozent). Durchschnittlich zahlen Sie damit für die Partiestunde 176 Euro. Da es weder Preisempfehlungen noch konkrete Richtlinien für die Höhe der Stundensätze gibt, werden diese von den Unternehmen individuell berechnet.
Fahrtkosten: Pauschal oder nach Arbeitszeit
Auch bei den Fahrtkosten ließen sich erhebliche Unterschiede zwischen den niederösterreichischen Dachdeckerbetrieben feststellen. Erhoben wurden die Fahrtkosten für die Anreise im und um das Ortsgebiet bis 15 Kilometer und/oder die Kosten bei einer Anfahrtszeit von bis zu 15 Minuten.
Von „kostenlos“ bis hin zu „knapp 60 Euro“ – bei der Frage nach den Fahrtkosten gingen die Antworten der Betriebe weit auseinander. Je nach Unternehmen werden die Kosten als Pauschale, nach gefahrenen Kilometern oder als Arbeitszeit mit dem jeweilig gültigen Stundensatz der Facharbeiter abgerechnet.
Tipps & Tricks: So tappen Sie nicht in die Notdienst-Falle!
- Kommt Ihnen der verlangte Betrag zu hoch vor? Verlangen Sie eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten und bezahlen Sie nicht sofort – seriöse Firmen bestehen nicht unbedingt auf Barzahlung.
- Damit es gar nicht erst soweit kommt: Machen Sie sich nach dem Telefonat mit der Firma einen maximalen Höchstbetrag für die Reparatur aus. Dadurch muss der Handwerksbetrieb noch einmal nachfragen, falls am Dach mehr zu tun ist. So haben Sie zumindest eine Wahl und können gleich nachfragen, wie lange es zusätzlich dauern würde.
- Bleiben Sie bei Suchergebnissen im Internet skeptisch, vor allem bei 0800er-Nummern oder Top-Platzierungen bei der Google-Suche. Werfen Sie sicherheitshalber immer zuerst einen Blick ins Impressum und erfragen Sie die zu erwartenden Kosten. Seriöse Unternehmen geben Auskunft.
- Viele regionale Unternehmen bieten selbst Notdienste an. Speichern Sie die Nummer am besten in Ihrem Handy.
- Überlegen Sie, ob die sofortige Reparatur in der Nacht oder zum Wochenende wirklich notwendig ist. In dieser Zeit bezahlen Sie Aufschläge von bis zu 100 Prozent für die Arbeit.
- Unterschreiben Sie keine Blankoaufträge: Zumindest der Stundensatz und die Kosten für An- und Abfahrt sollten angegeben werden.
- Wird Druck ausgeübt, wenn Sie nicht sofort bar bezahlen? Zögern Sie in dem Fall nicht, die Polizei zu verständigen.