Der digitale Euro: Die Zukunft des Bezahlens?
Die europäische Zentralbank (EZB) plant eine neue Form von Geld einzuführen: den digitalen Euro. Was das für Sie bedeutet und wie der digitale Euro funktioniert, lesen Sie hier.
Was ist der digitale Euro?
Der digitale Euro ist digitales Bargeld für alle im Euroraum, mit dem online und offline bezahlt werden kann. Er soll neben dem Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel etabliert werden. Ausgegeben wird er von der europäischen Zentralbank.
Wird der digitale Euro das Bargeld ersetzen?
Nein! Der digitale Euro soll neben dem Bargeld als digitale Zahlungsoption etabliert werden. In Österreich hat das Zahlen mit Bargeld eine lange Tradition und ist weit verbreitet. Der Zugang zu Bargeld soll auch weiterhin gesichert bleiben, zum Beispiel durch ausreichend Bankomaten gerade in ländlichen Regionen.
Was soll der digitale Euro bringen?
- kostenlos nutzbar
- bargeldähnliche Anonymität
- stärkt Europas Unabhängigkeit
- auch ohne Bankkonto oder festen Wohnsitz nutzbar
- robust gegen Netzwerk- oder Systemausfälle/Zahlung ohne Internetverbindung
- funktioniert online und offline
- soll weitgehend überall akzeptiert werden
Warum brauchen wir den digitalen Euro?
Momentan gibt es in Europa noch kein offizielles digitales Zahlungsmittel, das im gesamten Euroraum einheitlich genutzt werden kann. Der digitale Euro würde Europa von anderen Zahlungsanbietern unabhängiger machen, vor allem von US-amerikanischen Kreditkartenfirmen.
Wie soll der digitale Euro genutzt werden können?
Den digitalen Euro können Sie geplanter Weise ähnlich wie Bargeld verwenden, nur eben digital. Sie sollen ihn auf einem speziellen kostenlosen Zahlungskonto erhalten können, das Sie bei öffentlichen Stellen (z. B. Behörden oder Postämtern), Banken oder anderen Anbietern eröffnen können.
Bezahlen können Sie dann beispielsweise mit der digitalen Geldbörse auf Ihrem Smartphone (Wallet) oder einer speziellen Karte. Dies geht offline im Geschäft oder online auf Websites oder bei Überweisungen.
Wer kann damit wo bezahlen?
Alle Einwohner:innen des Euroraums sollen künftig überall im Euroraum mit dem digitalen Euro bezahlen können. Da der digitale Euro als gesetzliches Zahlungsmittel gelten soll, müssen ihn Händler:innen grundsätzlich akzeptieren. Ausnahmen sind nur in wenigen Fällen vorgesehen.
Was ist der Unterschied zur Kreditkarte?
Der größte Unterschied zwischen dem digitalen Euro und der bargeldlosen Zahlung mit der Kreditkarte ist, dass der digitale Euro kostenlos genutzt werden kann. Er ist nicht auf ein kostenpflichtiges Girokonto bei einer Bank angewiesen, das heißt, Sie zahlen auch keine Kontoführungsgebühren.
Außerdem werden die getätigten Zahlungen mit dem digitalen Euro nirgends erfasst, also so wie beim Bezahlen mit Bargeld. Ein Beispiel: Gehen Sie einkaufen und bezahlen mit dem digitalen Euro, kann der Einkauf nicht mit Ihnen in Verbindung gebracht werden, also ganz so, als hätten Sie mit Bargeld bezahlt.
Ist der digitale Euro eine Kryptowährung?
Nein, der digitale Euro ist keine Kryptowährung. Im Gegensatz zu Bitcoin & Co. ist der digitale Euro an den physischen Euro gebunden, so sind 10 digitale Euro immer genauso viel wert wie der 10-Euro–Schein. Außerdem wird der digitale Euro von der EZB ausgegeben und unterliegt somit Kontrollen, Sicherheitsstandards und EU-Verordnungen.
Wann soll der digitale Euro kommen?
Der digitale Euro befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Laut der europäischen Zentralbank soll er im Jahr 2029 für eine potenzielle Erstausgabe bereit sein. Voraussetzungen dafür sind erforderliche EU-Rechtsvorschriften, die noch dieses Jahr verabschiedet werden sollen.