Dienstverhinderung - bekomme ich frei?

Sowohl erfreuliche als auch unerfreuliche Anlässe stellen Ar­beitnehmerInnen vor die Frage: Muss mir der Arbeitgeber da­für frei geben? Wie lange bekomme ich frei und wird in dieser Zeit mein Entgelt weiterbezahlt?

Ab dem 1.7.2018 gelten für Angestellte und Arbeiter diesselben Regelungen.

Das gilt ab 1.7.2018

Alle ArbeitnehmerInnen behalten den Anspruch auf Entgelt, wenn sie durch wichtige, ihre Person betreffende Gründe ohne ihr Verschulden für verhältnismäßig kurze Zeit verhindert sind, ihre Arbeit zu leisten.

Eine ausdrückliche Obergrenze für die Dauer der Verhinderung ist nicht festgesetzt. Sie liegt jedoch - gemäß überwiegender Meinung - in der Regel bei einer Woche.

Zur Dienstverhinderung zählen auch die erforderlichen Wegzeiten (z.B. von der Arbeit zur Behörde und zurück).

ArbeitnehmerInnen müssen die Dienstverhinderung dem Ar­beit­geb­er so schnell wie möglich be­kannt­geb­en und nachweisen. Tut ein Arbeitnehmer dies nicht, kann dies schlimmstenfalls eine Ent­lass­ung rechtfertigen.

Beachten Sie weiters, dass eine Dienstverhinderung nur adann vorliegt, wenn Sie alles Zu­mut­bare unternommen haben, um die Dienstverhinderung zu vermeiden bzw möglichst kurz zu halten.

Diese Regelungen sind zwingend - sie können nicht eingeschränkt oder aufgehoben werden. Gibt es abweichende Regelungen im Kollektivvertrag, im Arbeitsvertrag oder in einer Be­triebs­ver­ein­bar­ung, dann müssen diese günstiger sein.

Verspätung oder Fernbleiben ist kein Entlassungsgrund

Sollte ein Arbeitgeber eine Verspätung oder das Fernbleiben wegen eines Dienstverhinderungsgrundes (z.B. Schneechaos) zum Anlass für eine Entlassung nehmen, so ist diese jedenfalls dann un­be­recht­igt, wenn der Arbeitnehmer alles ihm Zumutbare unternommen hat, um zeitgerecht an den Arbeitsplatz zu kommen.

Wichtige persönliche Gründe sind beispielsweise…

  • Familiäre Gründe (Hochzeit eines Kindes, Begräbnis von nahen Angehörigen,…)
  • Öffentliche Pflichten (Zeugenladung,…)
  • Faktische Verhinderungen (Hochwasser, Schneechaos)

Achtung

Arztbesuche sind nur dann Dienstverhinderungen, wenn sie außerhalb der Arbietszeit nicht möglich oder zumutbar sind. Beispielsweise bei akuten Schmerzen oder wenn der Arztnur während der Arbeitszeiten geöffnet hat.


Anspruch auf Entgelt

Während der Dienstverhinderung muss der Arbeitgeber das Ent­­gelt weiterzahlen; so, als ob der Arbeitnehmer gearbeitet hätte.