Junge Frau wartet auf ihren Zug © Big Shot Theory, stock.adobe.com
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28.11.2022

Der Zug fällt aus oder kommt zu spät. Gilt das als Dienst­ver­hinder­ung?

In ganz Österreich stehen seit 0.00 Uhr die Züge still. Grund ist ein 24-stündiger Warnstreik. Der Streik dauert bis Montag um 24.00 Uhr, betroffen sind laut ÖBB alle Verbindungen, auch die grenzüberschreitenden. Nur Busse und kommunale Verkehrsbetriebe fahren, aber keine Regional-, Fern- und Nachtzüge und S-Bahnen. Was Sie wissen müssen, falls sie von Zugausfällen betroffen sind,  sehen Sie hier! 

Entgelt muss weiter bezahlt werden

Bei Dienstverhinderung muss das Entgelt weiter bezahlt werden. Seit 1. Juli 2018 sind die gesetzlichen Regelungen für Arbeiter:innen den An­ge­stellt­en angeglichen. Das haben AK und ÖGB für Sie erreicht.

Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer behalten den Anspruch auf Entgelt, wenn sie durch wichtige, ihre Person betreffende Gründe ohne ihr Ver­schuld­en für verhältnismäßig kurze Zeit verhindert sind, ihre Arbeit zu leisten.

Keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen

Wenn Sie beispielsweise aufgrund von Zugausfällen zu spät oder gar nicht zur Arbeit kommen, dann brauchen Sie keine arbeitsrechtlichen Kon­se­quenz­en fürchten.

Sie müssen aber...

  • ... die Dienstverhinderung Ihrem Arbeitgeber so schnell wie mög­lich be­kannt­geben und nachweisen. Tun Sie das nicht, kann dies schlimmst­en­falls eine Entlassung rechtfertigen.

  • ... alles Zumutbare unternommen haben, um die Dienstverhinderung zu ver­meid­en bzw. möglichst kurz zu halten (z. B. mit dem Auto fahren, wenn Sie eines haben).

Das Gleiche gilt für den Fall, dass Kinder den Kindergarten oder die Schule wegen der Zugausfälle nicht erreichen können und Eltern die Kinderbetreuung über­nehmen müssen.

Regelungen können nicht eingeschränkt werden

Diese Regelungen sind zwingend - sie können nicht eingeschränkt oder auf­ge­hob­en werden. Gibt es abweichende Regelungen im Kollektivvertrag, im Ar­beits­ver­trag oder in einer Betriebsvereinbarung, dann müssen diese günstiger sein. 

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