Steuer­gut­schrift bei niedrig­em Ein­komm­en

Arbeitnehmer:innen und Pensionist:innen, die so wenig verdienen, dass sie keine Lohnsteuer zahlen (unter ca. € 1.300  brutto/Monat), können sich vom Finanzamt die Negativ­steuer zurückholen. Vor­aus­setz­ung ist, dass sie Sozialversicherung zahlen.

Dies trifft vor allem auf Lehrlinge, Teilzeitbeschäftigte, Ferialarbeiter:innen, Pflicht­prak­ti­kant­:innen oder Pensionist:innen mit einer geringen Pension zu. Aber auch auf geringfügig Beschäftigte, die freiwillig in die Sozialversicherung optieren oder nachträglich einen Sozial­ver­sicher­ungs­bei­trag einzahlen müssen.

Achtung!

Freie Dienst­nehmer­:innen und Werkvertragsnehmer:innen haben keinen An­spruch auf eine Negativsteuer auf ihre bezahlten Sozialversicherungsbeiträge.

Eine spezielle Form der Negativsteuer gibt es 

  • für Alleinverdienende und
  • für Alleinerziehende, die wenig verdienen: Können Sie den Alleinverdiener- bzw. Allein­er­zieher­ab­setz­be­trag nicht voll ausnützen, weil Ihre Jahressteuer niedriger ist als der Absetzbetrag, er­halten Sie diesen vom Finanzamt aus­be­zahlt.

Dieser Betrag ist gestaffelt nach der Anzahl der Kinder, die ständig in Österreich leben und für die Sie mehr als 6 Monate im be­treff­end­en Jahr Familienbeihilfe beziehen.

Der Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag betragen jährlich

  • 494 € bei einem Kind
  • 669 € bei zwei Kindern
  • 889 € bei drei Kindern
  • 220 € für jedes weitere Kind zusätzlich

Die Negativsteuer für den Alleinverdienerabsetzbetrag und Allein­er­zieher­ab­setz­betrag steht allen Steuerpflichtigen zu, wenn sie die Voraussetzungen er­füllen.

Haben Sie Anspruch auf den Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag, dann erhalten Sie zusätzlich den Kindermehrbetrag in Höhe von 250 € pro Kind als Negativsteuer ausbezahlt. Der Kindermehrbetrag steht jedoch nur dann zu, wenn Sie an weniger als 330 Tagen im Jahr Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung oder Mindestsicherung bezogen haben.

Tipp

Ab der Arbeitnehmerveranlagung 2022 steht Ihnen der Kindermehrbetrag auch dann zu, wenn Sie keinen Anspruch auf den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag haben. Voraussetzung ist, dass sich der Familienbonus auch bei Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin nicht auswirkt und Sie an mehr als 30 Tagen im Jahr steuerpflichtige Einkünfte bezogen haben. 

Antrag stellen!

  • Benutzen Sie für den Antrag das Formular L 1 (Arbeit­nehmer­:innen­ver­an­lagung).
  • Es genügt, die persönlichen Daten anzugeben.
  • Haben Sie Anspruch auf den Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag, dann kreuzen Sie den zustehenden Absetzbetrag an.

Tipp

Sie können die Negativsteuer nach Ablauf eines Kalenderjahres rückwirkend be­an­tragen - für maximal 5 Jahre.

Ein Beispiel: Im Jahr 2021 können Ar­beit­nehmer­Innen noch die Negativsteuer für das Jahr 2016 beantragen.)

Pendlerzuschlag

Arbeitnehmer:innen, die die Voraussetzungen für das Pendlerpauschale erfüllen, deren Ein­kommen aber unterhalb der „Steuergrenze" liegt, erhalten eine er­höhte Negativsteuer. 

So viel Negativsteuer gibt es...

bis 2019für 20202021 & ab 2023nur für 2022
Anteil SV Max. Anteil SV Max. Anteil SV Max. Anteil SV Maximum 
ArbeitnehmerInnen
Mit PP/P€*  50 % 500 €  50 % 900 € 55 % 1.150 €  70 %1.650 € 
Ohne PP/P€ 50 %  400 €  50 % 800 € 55 % 1.050 € 70 % 1.550 € 
PensionistInnen 50 %  110 € 75% 300 € 80 % 550 €  100 %550 € bzw. 1.050 €** 
*) PP/P€ = Pendlerpauschale/Pendlereuro
**) bei Teuerungsabsetzbetrag

Ab dem Veranlagungsjahr 2020 gibt es auch für ArbeitnehmerInnen, die über der Steuergrenze verdienen, eine Art Negativsteuer. Es gibt einen Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag, der als Negativsteuer ausbezahlt wird.

Was gilt für die ANV 2020:

Für 2020 beträgt der Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag bis zu einem Einkommen von 15.500 € 400 € jährlich. Bei einem Einkommen darüber bis zu 21.500 € wird er gleichmäßig auf null reduziert. Erst ab einem Jahreseinkommen von mehr als 21.500 Euro steht keine Negativsteuer mehr zu.

Was gilt für die ANV ab 2021:

Der Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag wurde auf 650 € erhöht. Dieser Betrag steht bis zu einem Einkommen von 16.000 €. Darüber hinaus verringert sich der Zuschlag gleichmäßig auf Null bis zu einem Einkommen von 24.500 €. Daher gibt es ab 2021 sogar bis zu einem Jahreseinkommen von 24.500 € eine Art Negativsteuer.

Teuerungsabsetzbetrag für 2022:

ArbeitnehmerInnen mit geringem Einkommen erhalten einmalig für 2022 zusätzlich zum Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag noch einen Teuerungsabsetzbetrag über die ANV. Dieser beträgt 500 € bis zu einem Einkommen von 18.200 €. Darüber hinaus wird er bis zu einem Einkommen von 24.500 € gleichmäßig auf Null verringert. Für PensionistInnen, die 2022 keine außerordentliche Einmalzahlung bei der Pensionsauszahlung erhalten steht bis zu Pensionsbezügen von 20.500 € ebenfalls ein Teuerungsabsetzbetrag von 500 € zu. Bei höheren Pensionsbezügen verringert sich der Teuerungsabsetzbetrag für PensionistInnen bis zu Bezügen von 25.500 € gleichmäßig auf Null.

Der Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag und der Teuerungsabsetzbetrag müssen nicht gesondert beantragt werden, sondern werden automatisch berücksichtigt.

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Beratung: +43 5 7171 28000

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