Hitze am Arbeitsplatz - Was kann ich tun?

Nicht jeder Arbeitsplatz ist optimal klimatisiert.  Um den körpereigenen Temperaturhaushalt am Arbeitsplatz im Büro, in der Fertigungshalle oder im Freien auch an Hundstagen in Waage zu halten, genügt es, ein paar allgemeine Regeln einzuhalten. Vor allem das richtige Essen und Trinken sowie nicht zuletzt die richtige Bekleidung sind leicht zu beeinflussende Faktoren, die durchaus große Wirkung zeigen.

Trinken: Kleine Schlucke und nicht zu kalt

Das Wichtigste vorweg. Der beste Durstlöscher ist und bleibt Wasser, egal ob aus der Leitung oder Mineralwasser. Als Faustregel gilt: Mindestens eineinhalb Liter bis drei Liter pro Tag!)  Doch Vorsicht: Lassen Sie erst gar kein großes Durstgefühl aufkommen, sondern trinken Sie regelmäßig und in kleineren Schlucken. Wer hastig, zu viel auf einmal und womöglich auch noch eiskalt trinkt, setzt sich unweigerlich der Gefahr von Magenkrämpfen aus.  
Neben Wasser eignen sich bei hohen Temperaturen ungesüßte und lauwarme Früchte- oder Kräutertees sowie stark verdünnte Fruchtsäfte. 

NICHT zu empfehlen sind an Hundstagen Kaffee, Schwarztee, Energydrinks oder unverdünnte Fruchtsäfte  und – eigentlich selbstredend am Arbeitsplatz – Alkohol. Die in den genannten Getränken vorhandenen Substanzen entwässern den Körper und erweitern die Blutgefäße. Die Folge: Bluthochhochdruck, der Schwindel und Übelkeit hervorruft.  

Essen: Obst- und Gemüse statt Schweinsbraten

Auch beim Essen gilt: Zu viel auf einmal ist nicht gut. Besser Sie essen kleinere Portionen, dafür verteilt über den Tag. Obst- und Gemüse ist tierisch-eiweißlastigen sowie zu fetthaltigen Speisen wie Schnitzel, Schweinsbraten und Co. In jedem Fall vorzuziehen. 


Ideal für den beruflichen Hitzealltag sind Lebensmittel mit einem hohen Wassergehalt. Dazu gehören etwa Joghurt, Gurken, Tomaten, Zuchini oder Wassermelonen. Diese vertreiben das Hungergefühl, sorgen für eine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr und verfügen über eine kühlende Wirkung. Wer dennoch nicht auf Fleisch verzichten will: Hühnerfleisch, Pute oder Fisch wiegen weitaus weniger schwer als Schwein oder Rind.

Bekleidung: „Slim Fit“ ist nicht gut

Der menschliche Körper verfügt mit den Schweißdrüsen so etwas wie eine natürliche Klimaanlage.  Die ist allerdings außer Kraft gesetzt, wenn man – meist aus modischen Gründen - sich für zu enge Kleidung entscheidet. „Slim Fit“-Hosen, Hemden oder T-Shirts mögen zwar dem Modetrend entsprechen, verhindern jedoch das „Atmen“ der Haut und es kommt zum Hitzestau. Der produzierte Schweiß wirkt nur kühlend, wenn der Luftzug darüber streift.

Material schlägt Farbe

Die modischen Farben des Sommers sind in der Regel hell.  Wer im Freien arbeitet, ist jedoch besser beraten, auf dunkle (und weitere) Bekleidung zu setzen. Diese reflektiert die Sonnenstrahlung besser und wirft mehr Schatten auf den Körper als weißes oder helles Gewand – die Wüstenvölker geben hier das große Vorbild dazu ab. Weitaus wichtiger als die Farbe ist jedoch die Beschaffenheit des Stoffes. Diverse Kunstfasern wie Polyester sind jedenfalls kontraproduktiv. Sie absorbieren nicht den Schweiß, was zum „Ankleben“ des Stoffes am Körper führt und so ebenfalls verhindert, dass die Haut atmet. 

Der Klassiker unter den „Sommer-Stoffen“ sind Leinen und Seide. Auch (reine) Baumwolle, Bambus oder Hanf zählen zu jenen Materialien, die trotz hoher Temperaturen kühlend wirken und die körpereigene „Klimaanlage“ auch tatsächlich funktionieren lassen.  Ein Blick auf das Material-Etikett des Hemdes, Kleides oder der Hose im Kleiderschrank gibt hier eine durchaus entscheidende Hilfestellung bei der täglichen Auswahl der Garderobe.