Geringfügige Arbeit während der Karenz

Karenz und Kinderbetreuungsgeld sind nicht dasselbe. Arbeitsrecht und Kind­er­be­treu­ungs­geld unterscheiden sich bei den Regelungen des Zu­ver­diensts und bei der Dauer des Anspruches. Die wichtigsten Regeln und Unter­scheid­ung­en:

Definitionen

Karenz ist der Anspruch auf Freistellung von der Arbeit gegenüber dem Arbeitgeber. Die Karenz dauert maximal bis zum vollendeten 2. Lebensjahr des Kindes.

Kinderbetreuungsgeld ist die Geldleistung, auf die aufgrund der Geburt des Kindes Anspruch besteht.

Für Geburten ab 1.1.2017 gibt es das einkommensabhängige Kind­er­betreuungsgeld und das neue flexible individuell gestaltbare Kind­er­be­treu­ungs­geld als Konto, das die bisherigen vier Pauschal­modelle ersetzt.

Für Geburten bis 28.2.2017 gilt: Die fünf Modelle des Kind­er­be­treu­ungs­geld­es unterscheiden sich nach Leistungsdauer und Leist­ungs­höhe. Es gibt vier Pauschalmodelle und ein einkommensabhängiges Modell.

Die Modelle des Kinderbetreuungsgeldes:

  • Ein einkommensabhängiges Modell
    Zuverdienstgrenze 6.800 € jährlich = entspricht monatlich 438,05 €
  • Für Geburten bis 28.2.2017 gilt:
  • Vier Modelle mit Pauschalbeträgen = 60% des vorherigen Ein­komm­ens, mindestens jedoch 16.200 € jährlich = dies entspricht monatlich brutto 1.235 €
  • Für Geburten ab 1.3.2017 gilt: Das neue Kinderbetreuungsgeld-Konto ersetzt die bisherigen Pauschalmodelle. Die bisherigen Zu­ver­dienst­grenz­en gelten unverändert weiter.

Bei der Ermittlung des Zuverdienstes bietet der Vergleichsrechner des Familienministeriums Hilfestellung!

Karenz & geringfügige Beschäftigung­

Arbeitsrechtliche Aspekte

Während der ganzen Karenzzeit können Sie beim selben Arbeitgeber eine Tätig­keit unter der Geringfügigkeitsgrenze ausüben. Diese liegt 2017 bei 425,70 € brutto monatlich. Bitte beachten Sie zusätzlich die Zu­ver­dienst­grenz­en Ihres Kinderbetreuungsgeldmodells!

Zuverdienstgrenze

Zusätzlich zum einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldmodell dürfen Sie - bezogen auf das Kalenderjahr - 6.800 € (ab 2017) an maßgeblichen Ein­künft­en haben. Dies bedeutet, dass Sie pro Kalendermonat mit vollem Kind­er­be­treu­ungs­geld­be­zug bis zur Geringfügigkeitsgrenze 438,05 Euro(2018) ver­dien­en dürfen.

Neu

Der Zuverdienst wird nur mehr aus jenen Kalendermonaten be­mess­en, in denen an allen Tagen Kinderbetreuungsgeld bezogen wurde. Einkünfte aus Monatsteilen vor oder nach dem Bezug von Kind­er­be­treu­ungs­geld gelten rückwirkend ab 1.1.2010 nicht mehr als Zu­ver­dienst.

Karenz & Arbeiten über der Ge­ring­füg­ig­keits­grenze 

Arbeitsrechtliche Aspekte

Sie können neben dem karenzierten Dienstverhältnis mit dem Arbeitgeber für längstens 13 Wochen im Kalenderjahr auch eine Beschäftigung über der Ge­ring­fügig­keits­grenze vereinbaren. Während dieser Beschäftigung bleibt der Kündig­ungs- und Entlassungsschutz aufrecht. Arbeiten Sie jedoch länger als 13 Wochen, geht der Kündigungs- und Entlassungsschutz verloren!

Fällt die Karenzzeit nicht auf das ganze Kalenderjahr (Kalenderjahr = 1. Jänner bis 31. Dezember), kann eine Beschäftigung nur im aliquoten Ausmaß vereinbart werden.

Beispiel:

52 Wochen Karenz = 13 Wochen Beschäftigung
24 Wochen Karenz = 6 Wochen Beschäftigung
(13 : 52 = 0,25 x 24 = 6)


Zuverdienst bei den 4 Pauschalmodellen & beim Kind­er­be­treu­ungs­geld-Konto

Die vier Pauschalmodelle wurden für Geburten ab 1.3.2017 zu einem Kind­er­be­treu­ungs­geld-Konto verschmolzen. Die Regelungen zum Zuverdienst gelten unverändert weiter.

Bei den vier Pauschalmodellen und beim neuen Kinderbetreuungsgeld-Konto ist eine individuelle Zuverdienstgrenze von 60% der Letzteinkünfte vor­ge­seh­en. Mindestens können Sie jedoch 16.200 Euro bezogen auf das Kalender­jahr an maßgeblichen Einkünften erzielen. Dieser Betrag entspricht einen monat­lichen Brutto von 1.235 Euro.

Neu

Einkünfte aus Monatsteilen vor oder nach dem Bezug von Kind­er­be­treu­ungs­geld gelten rückwirkend ab 1.1.2010 nicht mehr als Zu­ver­dienst.