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Aufgeschobene Karenz

Sie können mit Ihrem Arbeitgeber/Ihrer Arbeitgeberin vereinbaren, dass Sie sich 3 Monate Ihrer Karenz aufheben, und sie bis zum Ablauf des 7. Lebensjahres Ihres Kindes verbrauchen. Diese 3 Monate werden als „aufgeschobene Karenz“ bezeichnet.

Durch die Aufschiebung sind Sie flexibler, und haben auch dann Zeit für Ihr Kind, wenn es wirklich notwendig ist. So können Sie beispielsweise die Karenzzeit beim Schuleintritt Ihres Kindes verbrauchen und haben so die Möglichkeit, Ihr Kind beim Erlernen des Schulweges zu unterstützen, Lernproblemen entgegen zu wirken und dem kleinen Schulanfänger den neuen Lebensabschnitt zu erleichtern.

Wichtig

Aufgeschobene Karenz können Sie nehmen, wenn die Karenz mit dem vollendeten 21. Lebensmonat des Kindes geendet hat. Beide Elternteile können aufgeschobene Karenz beanspruchen, wenn die Karenz mit vollendetem 18. Lebensmonat des Kindes geendet hat.

So beanspruchen Sie aufgeschobene Karenz

  • Die Absicht, aufgeschobene Karenz in Anspruch zu nehmen, ist dem/der Arbeitgeber/-in spätestens drei Monate vor Ablauf der Karenzzeit bekannt zu geben.

  • Der Zeitpunkt des Verbrauches von aufgeschobener Karenz ist drei Monate vor dem gewünschten Antrittszeitpunkt zu melden und erfordert eine Einigung mit dem Arbeitgeber/der Arbeitgeberin.

  • Kommt innerhalb von zwei Wochen ab der Meldung keine Einigung zwischen Arbeitgeber/-in und Arbeitnehmer/-in zustande, so kann der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin beim zuständigen Gericht eine Klage gegen die Absicht Karenz aufzuschieben, und später auch gegen den Antrittszeitpunkt einbringen.

  • Im Falle der Nichteinigung und/oder Klage wegen der Absichtserklärung, Karenz aufzuschieben, kann der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin eine sofortige Karenz anstelle des Aufschubs oder aber nur bis zur Entscheidung des Gerichtes in Anspruch nehmen. Diese Möglichkeit einer "Ersatzkarenz" ist aber nur bis zum zweiten Geburtstag des Kindes möglich.

Kündigungs- und Entlassungsschutz

Der Kündigungs- und Entlassungsschutz beginnt mit der Bekanntgabe der Karenz, frühestens jedoch vier Monate vor Antritt der Karenz und endet vier Wochen nach Ende einer Karenz bzw. eines Karenzteiles.

Achtung

Wird die aufgeschobene Karenz nach dem 2. Geburtstag des Kindes verbraucht, unterliegen die Eltern in dieser Zeit nicht dem besonderen Kündigungs- und Entlassungsschutz. Allerdings kann eine Kündigung durch den Arbeitgeber/die Arbeitgeberin wegen Inanspruchnahme von aufgeschobener Karenz als Motivkündigung angefochten werden.

Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung

Es besteht keine Krankenversicherung. Sie können sich beim Gatten/der Gattin mitversichern. Eine allfällige Mitversicherung beim Lebensgefährten/bei der Lebensgefährtin ist möglich. Sind Sie Alleinerzieher/in, kann ein Antrag auf freiwillige Weiterversicherung bei der Krankenkasse gestellt werden.

Aufgeschobene Karenz, die nach dem 48. Lebensmonat des Kindes konsumiert wird, zählt nicht für Beitragszeiten in der Pensionsversicherung. Auf Antrag kann bei der Pensionsversicherungsanstalt für die fehlenden Monate eine freiwillige Weiterversicherung abgeschlossen werden.

Karenzteilung

Die Karenz wird von beiden Elternteilen abwechselnd in Anspruch genommen.

Mutterschafts- / Vaterschaftsaustritt

Was Sie über diese spezielle Auflösungsform wissen sollten.

Vollkarenz

So haben Sie exklusiv für Ihr Kind Zeit.

Schlagworte: Aufgeschobene Karenz
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