Maler mit Rückenschmerzen steht neben einer Leiter © Cello Armstrong, stock.adobe.com
Maler mit Rückenschmerzen steht neben einer Leiter © Cello Armstrong, stock.adobe.com

Arbeit darf nicht krank machen

Die von der Statistik Austria veröffentlichten Zahlen zum Gesundheitsrisiko am Arbeitsplatz sind alarmierend. Laut Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung sind acht von zehn Erwerbstätigen einem Gesundheitsrisiko am Arbeitsplatz ausgesetzt. 

Überanstrengung der Augen, Hantieren mit schweren Lasten und Unfallgefahr sind die in der Befragung am meisten genannten körperlichen Arbeitsbelastungen. Rund eine Mio. Menschen klagen bereits über eine durch die Arbeit bedingte Gesundheitseinschränkung. Probleme mit dem Bewegungsapparat sowie Stress und Depressionen werden am häufigsten genannt. Als häufigste psychische Gesundheitsbelastung wurde großer Zeitdruck beziehungsweise Überbeanspruchung angegeben. 

Niederösterreich ist besonders stark betroffen, das zeigen die Daten der Gebietskrankenkasse. Seit 2004 ist Niederösterreich das Bundesland mit den meisten Krankenstandstagen. Psychische Belastungen sind mittlerweile die Hauptursache für arbeitsbedingte Erkrankungen, laut NÖGKK gab es in den Jahren 2010 bis 2013 einen Anstieg der psychischen Krankheiten um 20 Prozent.

Betriebliche Gesundheitsförderung muss ausgebaut werden

Wenn von älteren ArbeitnehmerInnen immer wieder verlangt wird, länger im Arbeitsprozess zu verbleiben, dann benötigen wir auch ausreichend alternsgerechte Arbeitsplätze. Deshalb fordert die AK Niederösterreich eine gesetzliche Verpflichtung zur Betrieblichen Gesundheitsförderung. Weitere Voraussetzung für eine lange und möglichst durchgehende berufliche Tätigkeit ist die Reduzierung von Überstunden. Das hohe Überstunden-Niveau kostet nicht nur Arbeitsplätze, sondern geht auch zu Lasten der Gesundheit. Deshalb fordert die AK Niederösterreich die Einführung des sogenannten "Überstunden-Euro". Er soll einerseits dabei helfen, Überstunden zu verringern und andererseits mit einem Euro pro geleisteter Überstunde zweckgebunden den Ausbau der Betrieblichen Gesundheitsförderung unterstützen.


Darüber hinaus müsse man älteren ArbeitnehmerInnen mit der raschen Einführung des Bonus-Malus-Systems entgegenkommen, damit ältere Menschen länger in Beschäftigung bleiben können und nicht leichtfertig gekündigt werden. "Der Abbau von Überstunden und das im Regierungsprogramm beschlossene Bonus-Malus-System müssen sofort umgesetzt werden. Das bereits deutlich ausgeprägte Gesundheitsrisiko am Arbeitsplatz zeigt, dass diese Maßnahmen nicht auf die lange Bank geschoben werden dürfen", fordert Wieser.

Angebote von AK Niederösterreich und Kooperationspartnern

Die AK Niederösterreich fordert nicht nur, sondern engagiert sich selbst beim Ausbau der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Die ExpertInnen der AK Niederösterreich bieten den Betrieben konkrete Hilfestellung bei der Umsetzung der Betrieblichen Gesundheitsförderung an. Die AK Niederösterreich hat Musterprojekte initiiert, z. B. eine projektbegleitende Suchtprävention für Jugendliche/Lehrlinge in Kooperation mit dem AMZ Mödling und der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse. 

Im Rahmen der Sicherheits- und Gesundheitsakademie bietet die AK Niederösterreich Seminare für den Bereich "Gesunde Arbeit" an, zum Beispiel zu den Themen "Evaluierung psychischer Belastungen" und "Betriebliche Gesundheitsförderung: Feigenblatt in der Arbeitswelt". Neben einem Seminar zum Umgang mit psychischen Fehlbelastungen bietet die AK Niederösterreich auch eine Ausbildung zur betrieblichen Gesundheitsmanagerin/zum betrieblichen Gesundheitsmanager an. In Kooperation mit dem AMZ Mödling stellt die AK Niederösterreich Unternehmen den Gesundheitsbus zur Verfügung. Im Rahmen von Gesundheitschecks werden jährlich etwa 4.000 Gehörtests und 4.500 Rückenscreenings und Blutabnahmen sowie 4.000 Stressmessungen durchgeführt. Die AK Niederösterreich wird ihre Angebote weiter ausbauen.

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