Kinderbetreuungsatlas
Die privaten und öffentlichen Betreuungsangebote für Kinder bis 6 Jahre in Niederösterreich.
Die Abteilung für Frauenpolitik der AK Niederösterreich analysiert regelmäßig das regionale Angebot an elementaren Bildungseinrichtungen (Kindergärten und Tagesbetreuungseinrichtungen).
Sowohl bei der Besuchsquote, als auch beim Anteil der Einrichtungen, deren Öffnungszeiten eine Vollzeitbeschäftigung der Eltern ermöglichen (VIF-Kriterien), gibt es regional große Unterschiede. Insgesamt liegt Niederösterreich bei beiden Indikatoren über dem Österreich-Durchschnitt.
Die 2022 beschlossene Kinderbetreuungsoffensive des Landes Niederösterreich brachte einige positive Veränderungen mit sich. Seit Herbst 2023 gibt es auch in Tagesbetreuungseinrichtungen kostenlose Vormittags-Betreuung und die Tarife bei Tageseltern wurden günstiger. Zusätzlich erweiterte sich das Betreuungsangebot durch mehr bzw. verbesserte Gemeindekooperationen. Bei den Öffnungszeiten in den Ferien und am Nachmittag gab es deutliche Verbesserungen. Seit Herbst 2024 sind die Landeskindergärten auch für 2-Jährige geöffnet. Beim Platzangebot für 1-Jährige hat Niederösterreich im Vergleich zu den anderen Bundesländern jedoch noch Aufholbedarf.
Einen Rechtsanspruch auf elementare Bildung und Betreuung gibt es weiterhin erst im verpflichtenden letzten Kindergartenjahr. Laut dem aktuellen Regierungsprogramm der Bundesregierung ist die Umsetzung eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahres geplant, das somit auch 4-Jährigen den Zugang zu elementarer Bildung sicherstellt (Rechtsanspruch).
Insgesamt gibt es laut aktueller Statistik über die elementare Bildung und das Hortwesen 2024/25 (Statistik Austria 2025) in Niederösterreich 1.510 elementare Bildungseinrichtungen, drei Viertel davon sind Kindergärten. Die restlichen Einrichtungen sind Tagesbetreuungseinrichtungen (Krippen oder Altersgemischte Einrichtungen).
Die Besuchsquote der Kinder unter 3 Jahren liegt bei rund 39 Prozent und damit leicht über dem Durchschnitt von Österreich (35 Prozent). Bei der Besuchsquote der 1-Jährigen weist Niederösterreich mit einem Anteil von 25 Prozent noch einen relativ niedrigen Wert auf, bei den 2-Jährigen hingegen mit 82 Prozent den höchsten Wert im Bundesländervergleich.
Aktuell ist bereits mehr als jedes zweite Kind zwischen 0 und 5 Jahren (59 Prozent) in einer Einrichtung, deren Öffnungszeiten auch eine Vollzeiterwerbstätigkeit ermöglichen können (VIF Vereinbarkeitsindikator).
Eine im Herbst 2025 von der AK Niederösterreich durchgeführte Erhebung unter den Städten und Gemeinden ergab, dass der durchschnittlich eingehobene Elternbeitrag für eine VIF-konforme Nachmittagsbetreuung in öffentlichen Kindergärten rund 217 Euro pro Monat und Kind beträgt (inkl. Verpflegung und Bastelbeitrag). Nur etwas mehr als jede vierte Gemeinde (27 Prozent) gewährt eine Ermäßigung bzw. setzt die Höhe des Elternbeitrags in sozialen Härtefällen herab.
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