16.3.2017

Kinderbetreuung in Niederösterreich

Kinderbetreuung ist mit Vollzeit-Beschäftigung unter den gegebenen Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen nicht vereinbar. Nur circa ein Fünftel davon hat in Niederösterreich nach 17 Uhr geöffnet. Nur knapp 1 Prozent, also 16 von 1.467 Einrichtungen, haben ganztägig geöffnet. Vor diesem Hintergrund ist eine weitere Diskussion um eine Ausweitung der Normalarbeitszeit völlig illusorisch. Es braucht einen grundlegenden Ausbau der Kinderbetreuung, um Familie und Beruf zu vereinen.

Die Arbeiterkammer Niederösterreich hat in einer Studie die institutionelle Kinderbetreuung in Niederösterreich analysiert. Trotz Verbesserungen in den vergangenen Jahren gibt es noch immer Mängel. Nur für ein Viertel der Kinder von 0 bis 2 Jahren gibt es Betreuungsplätze, 4 von 10 Einrichtungen schließen vor 15.30 Uhr. Besonderer Nachholbedarf besteht im Most- und Waldviertel, geht aus der AK-Studie hervor.

Auf Grund fehlender Kinderbetreuungseinrichtungen werden Frauen weiter in Teilzeitbeschäftigungen gedrängt. Das bedeutet geringere Aufstiegschancen in den Unternehmen und niedrigere Pensionen im Alter. Der Kindergarten ist die erste Bildungseinrichtung, die ein Kind besucht. Deshalb sind hohe Qualität, arbeitsfreundliche Öffnungszeiten und Leistbarkeit besonders wichtig. Für Alleinerziehende ist die Situation noch problematischer.