11.11.2016

NÖ ArbeitnehmerInnenparlament: Präsident Wieser über Digitalisierung der Arbeitswelt und Zukunft des Sozialstaats

Zum Auftakt der 6. Sitzung der aktuellen Funktionsperiode des ArbeitnehmerInnenparlaments in St. Pölten sprach AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser wichtige Themen für die ArbeitnehmerInnenvertretung an. Die Digitalisierung der Arbeitswelt und die künftige Finanzierung des Sozialstaats waren zentrales Thema in seinem Bericht an die Vollversammlung. Als weitere wichtige Themen sprach Wieser die steigende Arbeitslosigkeit und die berufliche Weiterbildung an.

Angesichts der Auswirkungen der technologischen Entwicklung auf die Arbeitswelt sei die Herausforderung der Zukunft, wie der Sozialstaat gesichert werden kann und in welche Richtung er sich entwickeln muss. „Man merkt eine Polarisierung der Gesellschaft und steigende Zukunftsängste. Von unverantwortlichen Politikern werden diese Ängste auch noch geschürt. Wir spielen dieses Spiel nicht mit. Wir lassen uns nicht mitreißen von einer negativen Stimmung, die gezielt geschürt wird, um den sozialen Zusammenhalt in Frage zu stellen. Unsere Aufgabe heißt Sicherung. Es geht um die Sicherung fairer Vermögensverteilung und einer fairen Verteilung der Steuerlast. Es geht um die Sicherung der Beschäftigung, eine faire Verteilung der Arbeit und angemessene Einkommen sowie eine Sicherung des Sozialstaates“, betonte Wieser. Die Lösung sieht Wieser in einer Entlastung des Faktors Arbeit durch neue Finanzierungsquellen des Sozialstaats. „Die Produktivität im Land steigt zwar kontinuierlich, die Löhne halten aber leider nicht Schritt. Wertschöpfung erfolgt mit einem immer geringer werdenden Anteil an menschlicher Arbeit. Daher brauchen wir eine Verbreiterung der Beitragsgrundlage und eine faire Verteilung der Steuerlast“, so Wieser.

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100.000 weniger Arbeitslose bis 2020

Der AK Niederösterreich-Präsident sprach angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit auch in Niederösterreich die aktuellen Herausforderungen am Arbeitsmarkt an. „Der Kampf gegen Arbeitslosigkeit und für mehr Beschäftigung muss auf der Tagesordnung ganz oben stehen“, sagte Wieser. Die Initiative der Bundesarbeitskammer, bis 2020 die Arbeitslosigkeit in Österreich um 100.000 zu senken, begrüßte er als wegweisenden Ansatz.

Duale berufliche Weiterbildung

Da aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt alte Berufsbilder verschwinden und neue entstehen werden, stellte Wieser die Frage: „Wie gehen wir mit den Menschen um, die aus diesem Prozess herausfallen?“ Um die berufliche Weiterbildung als lebenslanges Lernen für die Zukunft zu sichern, so Wieser, könnte auf ein bewährtes Modell zurückgegriffen werden. „Wir sollten uns am Erfolgsmodell der dualen Ausbildung auch bei der Weiterbildung orientieren“, forderte Wieser.