Regionale Zukunftskonferenzen

Das Förderjahr des Projektfonds Arbeit 4.0 der AK Niederösterreich steht 2022 ganz im Zeichen der Versorgungssicherheit.

Doch was bedeutet Versorgungssicherheit eigentlich und in welchen Lebensbereichen ist sie notwendig? Welche Ideen können zu diesem Förderschwerpunkt eingereicht werden?

Um diese Fragen aufzuklären, sind wir im Frühling 2022 in fünf Gemeinden Niederösterreichs gegangen und haben mit Menschen vor Ort darüber gesprochen, was sie zu dem brisanten Thema bewegt.

Innerhalb von fünf Stationen und mit fünf Regionalen Zukunftskonferenzen haben wir die Lebens- und Wirkungsbereiche der Versorgungssicherheit mit den Menschen in den Regionen erörtert. Wir haben aktuelle Krisen und Handlungsfelder diskutiert und erste Ideen für mögliche Förderungen gesammelt.

Als Abschlussveranstaltung fand dann Anfang Juni unsere Projektmesse im ANZ St. Pölten statt. 

Fünf Regionen und fünf Lebensbereiche

Regionale Zukunftskonferenz Hollabrunn: 
Nahversorgung in der Region

Regionale Zukunftskonferenz Hollabrunn © AK Niederösterreich
Regionale Zukunftskonferenz Hollabrunn © AK Niederösterreich


Am 29. März wurde in Hollabrunn zur Nahversorgung in der Region diskutiert. Was braucht es, um die Ortskerne der Gemeinden wiederzubeleben und wie schaffen wir es, regionale Angebote zu fördern? Die ersten Ideen zu Verzeichnissen von Regionalproduzent:innen wurden geboren und es gab das Fazit: Nur mit bewusstseinsbildenden Initiativen für Arbeitnehmer:innen können wir gegen internationale Konzerne wie Amazon & Co vorgehen. Stichwort Re-Regionalisierung: Wir wollen so viel wie möglich regional anbieten und das gute, sichere Leben in den Gemeinden ausbauen.

Themencluster aus der Regionalen Zukunftskonferenz Hollabrunn © Design: Dialog Plus
Themencluster aus der Regionalen Zukunftskonferenz Hollabrunn © Design: Dialog Plus


Regionale Zukunftskonferenz Tulln: 
Mobilität der Zukunft

Claudia Cervenka (Leitung Referat Wirtschaftspolitik der AK Niederösterreich) im Workshop der Regionalen Zukunftskonferenz Tulln © AK Niederösterreich
Claudia Cervenka (Leitung Referat Wirtschaftspolitik der AK Niederösterreich) im Workshop der Regionalen Zukunftskonferenz Tulln © AK Niederösterreich


Auch das Thema Mobilität der Zukunft erregte am 31. März in Tulln die Gemüter. In zahlreichen niederösterreichischen Gemeinden fehlt es an gut ausgebauten Netzwerken des öffentlichen Verkehrs, daher sind viele niederösterreichische Arbeitnehmer:innen auf das Auto angewiesen. Sind Fahrgemeinschaften das Thema der Zukunft? Auch im Gespräch mit den Bürgermeister:innen wurde überfraktionell deutlich: Wir alle haben den Klimawandel am Schirm, wir alle wollen Mobilität verändern.

Themencluster der Regionalen Zukunftskonferenz Tulln © Design: Dialog Plus
Themencluster der Regionalen Zukunftskonferenz Tulln © Design: Dialog Plus

Regionale Zukunftskonferenz Amstetten: 
Energie von morgen

Regionale Zukunftskonferenz Amstetten © AK Niederösterreich
Regionale Zukunftskonferenz Amstetten © AK Niederösterreich


Bei der Regionalen Zukunftskonferenz in Amstetten am 5. April gab es zum Thema Energie von morgen spannende Diskussionen - was braucht es wirklich, um den Umstieg auf erneuerbare Energien zu schaffen und was hat den Anstieg der Energiepreise befeuert? Der Angriffskrieg in der Ukraine und damit verbundene Spekulationen am Finanzmarkt sind nur zwei von vielen Faktoren, die unsere Versorgungssicherheit akut gefährden. Das Thema bewegte alle Anwesenden - sind wir doch alle Leidtragende der weltpolitischen Krisen. 

Themencluster der Regionalen Zukunftskonferenz Amstetten © Design: Dialog Plus
Themencluster der Regionalen Zukunftskonferenz Amstetten © Design: Dialog Plus

Regionale Zukunftskonferenz Neunkirchen:
Gesundheit & Pflege

Regionale Zukunftskonferenz Neunkirchen © AK Niederösterreich
Regionale Zukunftskonferenz Neunkirchen © AK Niederösterreich


Am 21. April fand unsere Regionale Zukunftskonferenz zum Thema Gesundheit & Pflege in Neunkirchen statt. Ein Thema, dessen prekäre Rahmenbedingungen zwar immer wieder in der Medienlandschaft dargestellt werden, zu dem es aber keine langfristigen und nachhaltigen Lösungen seitens der Politik gibt. Wir kamen mit professionellen Pflegekräften ins Gespräch und wurden einmal mehr darauf aufmerksam gemacht, wie katastrophal ihre Arbeitssituation ist. In den Diskussionsrunden erkannten wir, dass fast jede:r selbst einmal in die Lage gerät, ein Familienmitglied zu pflegen und niemand dafür gewappnet ist.

In den Gesprächen wurde deutlich: Es braucht mehr Austausch zwischen den Pfleger:innen - mehr Vernetzung und gemeinsame Interessensvertretung. Ideen für Social Media Plattformen für Pflegekräfte wurden geboren. Auch über generationenübergreifende Hilfe - Jung pflegt Alt - in Häusern der Zusammenkunft wurde gesprochen. Aber auch die Prävention von Pflege bzw. der Ausbau von gesundheitsfördernden Maßnahmen in den Regionen wurde diskutiert. Das Angebot von psychosozialen Einrichtungen und der barrierefreie Zugang zu psychologischer Hilfe stellt ebenfalls einen Aspekt der regionalen Versorgungssicherheit dar und kann über eine konkrete Projektidee durch den Projektfonds Arbeit 4.0 gefördert werden.

Fazit: Pflege gehört reformiert. Wenn Sie eine Idee für die regionale Verbesserung von Gesundheit und Pflege haben, reichen Sie Ihre Idee ein!

Themencluster der Regionalen Zukunftskonferenz Neunkirchen © Design: Dialog Plus
Themencluster der Regionalen Zukunftskonferenz Neunkirchen © Design: Dialog Plus


Regionale Zukunftskonferenz Waidhofen an der Thaya:
Soziales, Bildung & Zusammenleben

AK Niederösterreich Direktorin Bettina Heise im Gespräch mit Bürgermeister:innen und politischen Entscheidungsträger:innen aus den Regionen bei der Regionalen Zukunftskonferenz Waidhofen an der Thaya © AK Niederösterreich
AK Niederösterreich Direktorin Bettina Heise im Gespräch mit Bürgermeister:innen und pol. Entscheidungsträger:innen, Regionale Zukunftskonferenz Waidhofen an der Thaya © AK Niederösterreich


Wie können wir das Zusammenleben in den Regionen stärken, den Austausch zwischen Generationen fördern und auch das regionale Leben attraktiver gestalten, damit Gemeinden weniger von Abwanderung betroffen sind? Wie können wir regionales Bildungsangebot stärken und Rahmenbedingungen für familiäres Zusammenleben ausbauen (Stichwort: Kinderbetreuung)?

Diesen Fragen widmeten wir uns am 3. Mai bei der Regionalen Zukunftskonferenz in Waidhofen an der Thaya. Da Kinderbetreuung oft noch Frauenthema ist, kamen auch viele Frauen zu Wort: Es fehlt an Betreuungsstätten in den Regionen, deren Öffnungszeiten es möglich machen, dass beide Elternteile berufstätig sind. Fehlende Betreuungsstätten für Kinder bedeuten im Umkehrschluss, dass Mütter weniger arbeiten können und vom Partner abhängig sind. Das verschärft ökonomische Ungleichheit zwischen Geschlechtern. Weil sie mit weniger Einkommen auch weniger Vorsorge für die Pension leisten können, leiden Frauen auch unter den katastrophalen Auswirkungen der Altersarmut.

Haben Sie eine Idee für den Ausbau von Kinderbetreuung in den Regionen? Melden Sie sich bei uns!

Themencluster der Regionalen Zukunftskonferenz Waidhofen an der Thaya © Design: Dialog Plus
Themencluster der Regionalen Zukunftskonferenz Waidhofen an der Thaya © Design: Dialog Plus


Selten kommt man mit unterschiedlichen Organisationen, Unternehmen, Interessensvertreter:innen und Parteien so ins Gespräch wie bei den Regionalen Zukunftskonferenzen zum Förderschwerpunkt Versorgungssicherheit des Projektfonds Arbeit 4.0! Nun gilt es, die Handlungsfelder aufzubereiten und Ideengeber:innen mit Gemeinden zu verknüpfen.

Sie haben sich von den Themen- und Handlungsfeldern aus den Regionen inspirieren lassen können? Dann melden Sie sich bei uns & reichen Sie Ihre Idee ein!

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E: projektfonds@aknoe.at
T: +43 5 71 71 24500