Wie viel bleibt netto?
Senior:innen müssen keine Pensionsversicherungsbeiträge mehr leisten, zahlen aber 6% Krankenversicherungsbeiträge & Lohnsteuer.
Die Schere geht im Alter auseinander: Während die durchschnittliche Alterspension für Männer in Niederösterreich bei rund 2.778 Euro liegt, müssen sich Frauen im Schnitt mit nur 1.678 Euro begnügen. Das bedeutet im Schnitt 1.100 Euro weniger pro Monat.
„Dass Frauen im Alter fast 40 Prozent weniger zum Leben haben, ist ein unhaltbarer Zustand. Altersarmut ist nach wie vor weiblich“, betont AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. „Mehr als zwei Drittel der Bezieher:innen einer Ausgleichszulage sind Frauen. Und mit einem aktuellen Richtsatz von 1.308,39 Euro liegt diese meilenweit unter der tatsächlichen Armutsgefährdungsschwelle von 1.827 Euro. Wir reden hier nicht von Statistik, sondern von realer Existenznot.
„Niedrige Pensionen sind kein Schicksal und kein persönliches Versagen. Sie sind das Resultat von Strukturdefiziten. Die Quittung folgt Jahrzehnte später – beim Blick aufs Pensionskonto“, stellt ÖGB Niederösterreich Landesfrauenvorsitzende Mag.a Didem Strebinger klar. Vehement zurückgewiesen werden vom ÖGB die Versuche, das staatliche Pensionssystem schlechtzureden. Strebinger betont: „Der Generationenvertrag lebt. Die Jungen finanzieren die Älteren, und die heutigen Pensionist:innen haben das Fundament unseres Wohlstands gebaut. Jung und Alt stehen nicht gegeneinander – sie tragen einander. Solidarität kennt kein Alter.“
Die Ursachen für die Lücke liegen tief im Erwerbsleben verankert. Neben dem anhaltenden Einkommensunterschied (Gender Pay Gap von 17,6 Prozent bei den Bruttostundenverdiensten) ist es vor allem die ungleiche Verteilung von unbezahlter Arbeit: Frauen leisten rund 57 Prozent ihrer Arbeitszeit unbezahlt – sei es für Kinderbetreuung, Pflege oder den Haushalt.
Die Folge ist eine extrem hohe Teilzeitquote, die sich im Alter rächt. Besonders deutlich zeigt sich das bei Müttern: In Niederösterreich arbeiten über 71 Prozent der unselbstständig beschäftigten Frauen mit mindestens einem Kind unter 15 Jahren in Teilzeit. Bei den Männern in derselben Lebenssituation sind es gerade einmal rund 7 Prozent. Lange Teilzeitphasen wirken sich besonders negativ auf die Pensionshöhe aus.
Verschärft wird die Situation durch die schrittweise Anhebung des Regelpensionsalters für Frauen, das aktuell bei 61,5 Jahren liegt und bis 2033 auf 65 Jahre steigen wird. Im 1. Quartal 2026 war bereits jede dritte Frau über 60 Jahren erwerbstätig – gleichzeitig ist jedoch ein deutlicher Anstieg bei den älteren weiblichen Arbeitslosen erkennbar. „Es braucht hier dringend ein Umdenken in den Betrieben und bessere Unterstützung für ältere Arbeitssuchende“, fordert Birgit Schön, Leiterin der Abteilung Frauenpolitik der AK Niederösterreich.
Um die Pensionslücke nachhaltig zu schließen und Frauen effektiv vor Altersarmut zu schützen, fordert die AK Niederösterreich ein umfassendes Maßnahmenpaket
© 2026 AK Niederösterreich | AK-Platz 1 3100 St.Pölten, +43 5 7171