Fat Cat
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9. Jänner 2026: Fat Cat Day

Der „Fat Cat Day“ zeigt, wie weit die Schere zwischen den Einkommen von Top-Manager:innen und der restlichen Belegschaft auseinandergeht. Heuer fällt der Fat Cat Day auf den 9. Jänner 2026: Bei einem Stundenlohn von 721 Euro muss ein:e Vorstandsvorsitzende:r durchschnittlich lediglich 58 Stunden arbeiten, um das Jahres-Medianeinkommen eines/einer österreichischen Beschäftigten zu erreichen: Bei einem 12-Stunden-Tag sind das genau vier volle Arbeitstage und 10 weitere Stunden.

Da der 1. und 6. Jänner Feiertage sind und sich ein:e Vorstandsvorsitzende:r das erste Wochenende im Jahr frei nimmt (Samstag, der 3. Jänner und Sonntag, der 4. Jänner), wird ein:e ATX-Vorstandsvorsitzende:r im Laufe des fünften Arbeitstags, also um 18 Uhr am Freitag dem 9. Jänner 2025 bereits das Medianeinkommen eines/einer österreichischen Beschäftigten erhalten haben. 

Fat Cat Day 2025
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Die „Fat Cats“ der 20 ATX-Unternehmen finden Sie hier

Spitzenverdiener:innen unter den „Fat Cats“ 

In folgender Tabelle sind sämtliche Vorstandsvorsitzende (werden auch als „Fat Cats“ bezeichnet) der 20 ATX-Unternehmen mit der zuletzt veröffentlichten Vorstandsvergütung und der Anzahl der individuellen „Fat Cat Arbeitstage“ angeführt. Am schnellsten verdient demnach Anas Abuzaakouk (BAWAG Group AG) bereits nach einem 12-Stunden-Tag und 2 weiteren Stunden des zweiten Arbeitstages das Jahres-Medianeinkommen der österreichischen Beschäftigten. Und auch der im Ranking am niedrigsten bezahlte CEO Stefan Szyszkowitz verdient nach nur 17 Tagen und 1 Stunden das Jahres-Medianeinkommen der österreichischen Beschäftigten.

Vorstandsvorsitzende 2023 ATX-Unternehmen Vergütung 2024 Fat Cat Arbeitstage
Anas Abuzaakouk Bawag Group AG 10.937.700 1,2
Joachim Schönbeck Andritz AG 5.567.700 2,4
Alfred Stern OMV AG 3.940.420 3,4
Andreas Gerstenmayer (bis 30.09.2024) AT & S AG 3.732.000 3,6
Herbert Eibensteiner voestalpine AG 3.598.045 3,7
Heimo Scheuch Wienerberger AG 3.017.205 4,5
Klemens Haselsteiner STRABAG SE 2.706.845 5,0
Johann Strobl Raiffeisen Bank International AG 2.354.000 5,7
Karl-Heinz Strauss PORR AG 2.181.000 6,2
Michael Strugl Verbund AG 2.098.000 6,4
Walter Oblin Post AG 1.872.914 7,2
Hartwig Löger Vienna Insurance Group 1.869.000 7,2
Klaus Mader Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment AG 1.807.000 7,4
Peter Bosek (seit 01.07.2024) Erste Group Bank AG 1.776.329 7,6
Andreas Brandstetter UNIQA Insurance Group AG 1.739.000 7,7
Attila Dogudan Do & Co AG 1.639.292 8,2
Keegan Viscius CA Immobilien Anlagen AG 1.565.200 8,6
Rohit Aggerwal (seit 01.09.2024) Lenzing AG 1.174.000 11,5
Radka Doehring Immofinanz AG 1.033.955 13,0
Stefan Szyszkowitz EVN AG 785.700 17,1




Quelle: Vergütungsberichte und Konzernjahresabschlüsse mit Bilanzstichtagen zwischen dem 30. September 2024 und dem 31. März 2025

Berechnung wurde analog zu „High Pay Centre“ durchgeführt

ATX-Vorsitzende verdienen das 66-Fache des Medianeinkommens

Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittliche Vorstandsvergütung der Vorsitzenden eines ATX-Unternehmens im Verhältnis zum Jahres-Medianeinkommen eines/einer österreichischen Beschäftigten. Durchschnittlich hat ein:e ATX-Vorstandsvorsitzende:r 2024 rund 2,8 Mio. Euro erhalten. Die Vergütung liegt damit um ein 66‑Faches höher als das Medianeinkommen eines/einer Beschäftigten in Österreich. 

 
  2023 2024 23/24
Ø Vergütung ATX-Vorstandsvorsitzende 3.126.465 2.769.730 -11,4 %
Medianeinkommen 38.748 42.012 +8,4 %
Faktor 81 66  

Quelle: Vergütungsberichte und Konzernjahresabschlüsse mit Stichtagen in den Jahren 2020 bis 2023; Berechnung wurde analog zu High Pay Centre durchgeführt; Medianeinkommen 2022 und 2023 laut Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.  

Was ist der „Fat Cat Day“?

Der „Fat Cat Day“ ist jener Tag, an dem das jährliche Einkommen von Beschäftigten durch Vorstandsvorsitzende (CEO) der größten börsennotierten Unternehmen verdient wurde. Als Einkommen der österreichischen Beschäftigten wird das Medianeinkommen laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger herangezogen. Bei den Vorstandsbezügen wird die durchschnittliche Vorstandsvergütung 2024 der Vorstandsvorsitzenden in 20 Unternehmen des Leitindex der Wiener Börse (ATX = Austrian Traded Index, Stand: 01.12.2025) verwendet. Die Berechnungsmethodik folgt jener des britischen High Pay Centre (ein britischer Think Tank, der Erhebungen und Analysen zu Themen wie Vergütung, Corporate Governance und Unternehmensleistung durchführt): Der/Die Vorstandsvorsitzende arbeitet demnach 12 Stunden am Tag, nimmt sich an einem von 4 Wochenenden frei und kommt mit 10 Tagen Urlaub plus 9 Feiertagen aus. Somit arbeitet ein CEO 320 Tage oder 3.840 Stunden. Berechnungsmethodik zum Fat Cat Day gemäß High Pay Centre.

Unsere Forderungen

Angemessene Einkommensrelation

Der Aufsichtsrat sollte eine angemessene Relation zwischen Vorstands-vergütung und Belegschaft definieren (Manager to Worker Pay Ratio). Zusätzlich zu dem Angemessenheitsfaktor sollte die Vergütungspolitik Höchstgrenzen für die individuelle Vergütung der Vorstandsmitglieder (Maximalvergütung) sowie für einzelne Vergütungsbestandteile (beispielsweise variable Vergütung) vorsehen.

Hin zu einer nachhaltigen Unternehmensführung

Nachhaltigkeitsaspekte müssen fester Bestandteil der Vorstandsvergütung werden: Statt einseitiger Orientierung an finanziellen Kennzahlen sind Nachhaltigkeits-leistungen des Managements – gemessen an Zielen in den Bereichen Umwelt, Soziales, Governance – verstärkt zu belohnen und als Kriterien für die kurzfristige und langfristige variable Vergütung einzubinden. Soziale Kriterien können sich beispielsweise auf die Sicherung von Arbeitsplätzen, die Gestaltung der Arbeitsbedingungen, die Aus- und Weiterbildung beziehen. Im Bereich Governance können etwa Bonuszahlungen an das Management an Ziele wie etwa mehr Frauen in Führungspositionen sowie ein Mindestfrauenanteil bei den Neuaufnahmen in männerdominierten Branchen gekoppelt werden. Nachhaltigkeitsziele müssen mehr Bedeutung erhalten, indem sie jeweils zu mindestens einem Drittel verpflichtend berücksichtigt werden.

Stärkung der Transparenz

Regelungen zur Vergütung von Vorstandsmitgliedern sollen auch der Unternehmens-transparenz dienen. Aktionär:innen, potenzielle Anleger:innen und an der Gesellschaft interessierte Akteure, wie etwa Geschäftspartner:innen des Unternehmens und sonstige Außenstehende, sollen sich ein klares und verlässliches Bild machen können. Eine transparente, umfassende Berichterstattung über die unterschiedlichen Bausteine der Vorstandsvergütung gehört zur Basis guter Unternehmensführung: Die einzelnen Vergütungsberichte sind jedoch sehr unterschiedlich ausgestaltet, was Klarheit, Verständlichkeit und Vergleichbarkeit beeinträchtigt. Zudem werden die Vergütungssysteme für Vorstände immer komplexer. Unerlässlich ist daher ein standardisierter und individueller Ausweis aller Vergütungsbestandteile und ‑kriterien (etwa bei kurz oder langfristigen Vergütungen oder auch zum Beispiel zu „sonstigen Nebenleistungen“, wie Dienstfahrzeugen, Versicherungen etc.).



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