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Konstituierende Sitzung I

Hermann Haneder, neuer Präsident der niederösterreichischen Arbeiterkammer, sieht politische Schwerpunkte in Chancengleichheit, Service.

Der neue Präsident der niederösterreichischen Arbeiterkammer heißt Hermann Haneder. 105 der 107 anwesenden KammerrätInnen* haben ihn in der konstituierenden Sitzung des ArbeitnehmerInnenparlaments zum Nachfolger von Josef Staudinger gewählt. Staudinger geht nach 15 Jahren an der Spitze der niederösterreichischen ArbeitnehmerInnenvertretung in Pension.

Unter stehendem Applaus übergab Staudinger das Amt an Haneder. "Leicht fällt es mir nicht, nach so vielen Jahren in der ArbeitnehmerInnenvertretung ist das ein Teil von mir geworden. Aber jetzt ist die Zeit für frischen Wind in der Kammer. In dir habe ich einen engagierten und würdigen Nachfolger. Ich wünsch dir alles Gute. Glück auf". Der neue Präsident skizzierte in seiner Antrittsrede die Schwerpunkte der nächsten fünf Jahre. Zunächst sei alles zu tun, um in der Wirtschaftskrise jeden Arbeitsplatz zu erhalten und sicherzustellen, dass arbeits- und sozialrechtliche Errungenschaften nicht im Windschatten der Krise entsorgt würden. Wichtig sei auch, die internationale Zusammenarbeit von ArbeitnehmerInnenvertretern zu stärken, vor allem die BetriebsrätInnen müssten bei diesen Aufgaben stärker unterstützt werden.

In der Interessenspolitik setzt Haneder auf Chancengleichheit in allen Bereichen: "Es kann nicht angehen, dass die Frauen inzwischen die höheren Schulabschlüsse haben, aber weiterhin weniger verdienen. Wir müssen von besseren Betreuungsangeboten bis zu mehr Gehaltstransparenz nicht nur reden, sondern auch Taten folgen lassen. Ich werde alles dran setzen, dass die AKNÖ ein lautes Sprachrohr für die Anliegen der Frauen wird." Vergessen dürfe man aber nicht die Gleichstellung von Behinderten: "Aus persönlicher Erfahrung weiß ich wie wichtig erfüllende, sinnstiftende Arbeit gerade für Menschen mit Behinderung ist. Die bessere Öffnung des Arbeitsmarktes für Menschen mit besonderen Bedürfnissen und deren Unterstützung wird ein zentrales Zukunftsthema sein."

Die AK werde auch dafür kämpfen, dass das öffentliche Pensionssystem erhalten bleibe und die Grundversorgung nicht ausgehöhlt werde. "Grundversorgung heißt auch, dass das Wasser fließt, wenn man es aufdreht, dass das Zimmer geheizt wird, dass man eine sinnvolle Verkehrsanbindung in der Nähe des Wohnortes hat. Das klingt selbstverständlich, es ist aber nur selbstverständlich, wenn wir uns darum kümmern und gerade diese Grundversorgung nicht dem freien Markt überlassen."

Zentrale Anliegen seien Bildung und Jugend, sagte Haneder. "Vergessen wir nicht, die Probleme beginnen oft in der Schule, auch hier wird die AK wie in der Vergangenheit nicht lockerlassen, Missstände und Fehlentwicklungen aufzuzeigen." Beim Serviceangebot setzt Haneder auf eine weitere Regionalisierung. Die 21 Bezirks- und drei Außenstellen der Kammer müssten gestärkt werden. "Wir müssen noch näher zu den 450.000 ArbeitnehmerInnen in Niederösterreich".

In Richtung Landesregierung und anderer Sozialpartner signalisierte der neue Präsident den Willen zur Zusammenarbeit: "Ich gehe auf alle Partner mit ausgestreckter Hand zu, ich verschließe mich keinem Gespräch. Und so wie ich es als Präsident vorlebe, so werden es alle VertreterInnen der AK machen". Kritik von der Kammer werde nie einseitig sein sondern vom Willen getragen, Probleme zu lösen.

*3 von 110 KammerrätInnen entschuldigt

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