27.10.2017

Wirtin vergaß bei Abfertigung auf 3.000 Euro – AK Niederösterreich schritt ein

Erneuter Beratungserfolg für die AK Niederösterreich: Die Kammer erstritt für eine 52-jährige Kellnerin aus dem Weinviertel 3.000 Euro Abfertigung, die ihr der Betrieb vorenthalten hatte. Das Unternehmen hatte nicht berücksichtigt, dass die Teilzeitbeschäftigte regelmäßig Überstunden geleistet hatte.

Nach 17 Jahren weitgehend korrekter Zusammenarbeit und einer einvernehmlichen Trennung aus Gesundheitsgründen wartete auf eine 52-jährige Kellnerin aus dem Weinviertel die große Enttäuschung. Ausgerechnet die Abfertigung des Beisels, in dem sie fast die Hälfte ihres Berufslebens verbracht hatte, fiel auffallend niedrig aus. Die Chefin hatte die sechs Monatsgehälter nur nach dem Grundlohn berechnet und nicht nach dem Durchschnittslohn, wie vorgeschrieben. Und das war der Lohn für 30 Stunden – und nicht für die 40 Stunden, die die Betroffene regelmäßig gearbeitet hatte.

Das war auch insofern überraschend, als das Unternehmen bis dahin die Mehrarbeit und anfallende Überstunden anstandslos bezahlt hatte, wie auch die Kellnerin den ExpertInnen der AK Niederösterreich sagte, als sie ihre Endabrechnung kontrollieren ließ.

Die ExpertInnen errechneten, dass der Betrieb der Betroffenen um 3.000 Euro Abfertigung zu wenig bezahlt hatte. Sie forderten das Geld bei der ehemaligen Chefin ein. Diese verteidigte sich damit, dass sie nicht gewusst habe, dass sich die Abfertigung nach dem Durchschnittslohn berechne und nicht nach dem Grundlohn. Sie hat der Betroffenen das Geld mittlerweile überwiesen.

Ohne die kostenlose Kontrolle der Endabrechnung, die die AK allen Mitgliedern anbietet, wäre die 52-Jährige wahrscheinlich um ihre volle Abfertigung umgefallen.