25.2.2019

Widersprüche bei Kündigung: AK erkämpft Entschädigung für Pilates-Trainerin

Die Betreiberin eines Pilates-Studios in Baden entschloss sich zu einem Standortwechsel und trennte sich von ihrer Trainerin. Die fällige Kündigungsentschädigung zahlte sie jedoch nicht aus. Weil das Gesprächsklima frostiger wurde, wandte sich die Trainerin, die sich für diesen Job sogar vom bisherigen Arbeitgeber karenzieren ließ, an die AK. Dort ortete man Unregelmäßigkeiten im Zuge der Kündigung. „Nach anfänglicher Weigerung zahlte die Studio-Chefin die fällig gewordene Kündigungsentschädigung dank unserer Intervention doch aus“, so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ, Vorsitzender Markus Wieser.

Die Pilates-Trainerin fand großen Gefallen an ihrem neuen Job. Mit Herzblut beim Ganzkörper-Training, verlängerte sie auf Wunsch ihrer Chefin sogar die berufliche Karenz auf ein weiteres Jahr. „Ich war zuvor als Kindergärtnerin tätig, mit Ach und Krach wurde mir das zweite Karenzjahr dann aber doch noch bewilligt“, so Susanne Frühwirth. Doch dann kam es für die vierfache Mutter ganz anders. Die Chefin entschied sich überraschend für eine Standortverlegung und teilte das ihrer Trainerin auch mit.  Von einer Kündigung sei jedoch nie die Rede gewesen, obwohl die Dienstgeberin später behauptete, sie wäre mündlich ausgesprochen worden. Auch für die Arbeiterkammer gab es dafür weder einen Anhaltspunkt und schon gar keinen Beweis.  Zusätzliche Zweifel an der Version der Studiobesitzerin kamen auf, weil diese kurz nach der angeblichen Dienstgeberkündigung eine einvernehmliche Dienstauflösung anbot.  „Eine solche wäre ja gänzlich sinnlos, wenn sowieso schon eine Kündigung ausgesprochen gewesen wäre. Diesem Widerspruch hatte auch die Studio-Chefin nichts entgegen zu setzen und zahlte die fällig gewordene Kündigungsentschädigung doch noch aus“, so AK Niederösterreich-Präsident Markus Wieser.

„Ohne Hilfe der Arbeiterkammer wäre ich wohl nie zu meinem Geld bekommen“, ist Susanne Frühwirth mit dem Ausgang zufrieden. Die 2.500 Euro wurden übrigens gleich wieder investiert: „Da ich karenziert bin, wäre ich jetzt sogar arbeitslos. Also habe ich mich dazu entschieden, mich als Pilates-Trainerin selbstständig zu machen. Mit der Kündigungsentschädigung konnte ich mir die ersten Trainingsgeräte anschaffen.“  

AK erkämpft Entschädigung für Pilates-Trainerin © Prinz, AK Niederösterreich
AK erkämpft Entschädigung für Pilates-Trainerin © Prinz, AK Niederösterreich

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