8.8.2017

Vier Jahre Urlaubs- und Weihnachtsgeld für geringfügig Beschäftigte erkämpft

Die AK Niederösterreich hat für eine Kellnerin das Urlaubs- und Weihnachtsgeld für vier Jahre in einem Betrieb erkämpft. Geld, von dem sie als geringfügig Beschäftigte anfangs selbst nicht wusste, dass es ihr zusteht. „Sie hat durch unseren Rechtsschutz 479 Euro bekommen, um die sie sonst umgefallen wäre“, zeigt sich AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser erfreut über den Erfolg der AK-ArbeitsrechtsexpertInnen.

Es gibt Menschen, für die jeder Euro zählt. Einer dieser Menschen ist eine heute 36-Jährige aus dem Bezirk Wiener Neustadt. Mit dem Kind kam der Karriereknick für die Kellnerin. Sie half während der Karenz und der anschließenden Arbeitslosigkeit bei einem kleinen Cafe in der Bezirkshauptstadt aus. Für zwei Stunden in der Woche bekam sie 65 Euro im Monat.

Auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld vergaß der Chef die knapp vier Jahre, die sie im Betrieb beschäftigt war. Dass ihr ein 13. und ein 14. Gehalt zustehen, das erfuhr die Frau erst, nachdem sie wegen wirtschaftlicher Probleme des Cafes gekündigt worden war und sich bei der AK Niederösterreich beraten ließ.

Die ArbeitsrechtsexpertInnen forderten die Sonderzahlungen für die gesamte Zeit nach, die sie in dem Cafe beschäftigt gewesen war. Grundsätzlich sind geringfügig Beschäftigte anderen ArbeitnehmerInnen gleichgestellt: Sie haben Anspruch auf Urlaub, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und Entgeltfortzahlung im Krankenstand. Unterschiede gibt es nur bei der Sozialversicherung.

Der Arbeitgeber wollte die Sache nicht außergerichtlich regeln. Erst nachdem die AK zugunsten der Arbeitnehmerin geklagt und eine gerichtliche Zahlungsaufforderung erwirkt hatte, zahlte er die ausstehenden Sonderzahlungen nach: Insgesamt 479 Euro. Für die 36-Jährige eine Menge Geld.

„Das zeigt einmal mehr, wie wichtig der Rechtsschutz der Arbeiterkammer ist. So ist es möglich, dass berechtigte Ansprüche der ArbeitnehmerInnen durchgesetzt werden können“, sagt AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.