11.9.2017

Lehrling fünf Monate ohne Geld: AK Niederösterreich holt 7.600 Euro

Fünf Monate lang erhielt ein Metalltechnik-Lehrling aus dem Mostviertel keine Lehrlingsentschädigung. Stets wurde er vertröstet, bis der Jugendliche die AK Niederösterreich aufsuchte. Als der Betrieb kurz daraufhin Insolvenz anmeldete, übernahmen die AK-Experten kostenlos die Vertretung für den 17-Jährigen. "Wir holten dem Betroffenen dadurch 7.600 Euro an offenen Ansprüchen retour", so AK-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Eineinhalb Jahre lang nahm die Lehrausbildung ihren gewohnten Lauf. Doch im Jänner dieses Jahres erhielt der 17-Jährige plötzlich keine Lehrlingsentschädigung mehr ausbezahlt. Dies wiederholte sich in den Folgemonaten. Nachdem auch das fällige Urlaubsgeld nicht überwiesen worden war, wandte sich der Lehrling an die AK-Bezirksstelle Amstetten. Alle Voraussetzungen für eine berechtigte vorzeitige Auflösung des Lehrverhältnisses waren gegeben. Dazu kam es aber ohnehin nicht mehr, weil nur zwei Tage nach Vorsprache in der AK-Bezirksstelle Amstetten der Betrieb des Lehrlings Konkurs anmeldete.

Das Insolvenzverfahren wurde ebenfalls mithilfe der Arbeiterkammer abgewickelt. Die offenen Ansprüche in Gesamthöhe von 7.600 Euro wurden umgehend beim dafür zuständigen Insolvenzfonds angemeldet. "Binnen kürzester Zeit erhielt der angehende Metalltechniker die Überweisung der offenen Lehrlingsentschädigung plus Urlaubsgeld", so Wieser. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig die kostenlose Insolvenz-Vertretung durch die Expertinnen und Experten der Arbeiterkammer ist. Dadurch werden die berechtigten Ansprüche der Betroffenen rasch gesichert und sie erhalten ihre ausständigen Gelder.