Geschäftsführer erfand Entlassungsgründe gegen Schwangere

Ein Geschäftsführer eines Unternehmens im Bezirk Wiener Neustadt hat willkürliche Vorwürfe gegen eine Schwangere erfunden, um damit ihre Entlassung rechtzufertigen. Sie soll Kunden herabwürdigend behandelt und ihn angeschrien haben. Die Betroffene wandte sich an die AK Niederösterreich. Vor Gericht blitzte der Unternehmer mit den haltlosen Anschuldigungen ab. „Wir konnten für die 35-Jährige somit mehr als 19.000 Euro an Ansprüchen erkämpfen“, so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Frau M. war seit 2003 in einem Dienstleistungsunternehmen im Bezirk Wr. Neustadt beschäftigt. Als sie erfuhr, dass sie schwanger ist, teilte sie dies umgehend dem Arbeitgeber mit. Für schwangere Mitarbeiterinnen gilt ein besonderer Kündigungsschutz. Diesen wollte der Geschäftsführer umgehen, indem er die Frau ohne deren Wissen einfach rückwirkend bei der Gebietskrankenkasse abmeldete. Als Beendigungsgrund gab er „Entlassung“ an, obwohl es weder Gründe gab noch eine Entlassung ausgesprochen wurde. 

Die Arbeitnehmerin wollte nach diesem Vorfall verständlicher Weise nicht im Betrieb weiterarbeiten und wandte sich an die AK Niederösterreich, um die offenen Ansprüche einzufordern. Weil diese aber nicht gezahlt wurden, musste Klage beim Landesgericht Wr. Neustadt eingebracht werden. Der Geschäftsführer versuchte dabei, eine Entlassung glaubhaft zu machen. Frau M. hätte demnach den Unternehmer mehrmals angeschrien und Kunden herabwürdigend behandelt. Das Gericht kam jedoch zum Schluss, dass diese Vorwürfe nicht glaubwürdig sind. Deshalb wurde der Klage gegen die Firma stattgegeben. Die Betroffene erhielt letztlich 19.352 Euro. 

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