23.3.2018

Firmenauto vom Mindestgehalt abgezogen

Die AK Niederösterreich hat einem Angestellten aus dem Industrieviertel zu einer Nachzahlung verholfen, der jahrelang unter seiner kollektivvertraglichen Einstufung bezahlt wurde. Sein Arbeitgeber hatte versucht, durch eine All-inclusive-Klausel und die Anrechnung eines Firmenwagens seinen Verdienst zu drücken. „Der Arbeitnehmer bekam nun 3.300 Euro für die letzten 6 Monate nachbezahlt, da der Sachbezug den Anspruch auf KV-Mindestgehalt nicht schmälern darf“, so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Herr K. begann Mitte 2015 für eine Kärntner Firma als Verkäufer und Kundenbetreuer zu arbeiten. Sein Arbeitgeber entwickelt und produziert hoch spezialisierte Reinraumtechnik. Im Dienstvertrag wurde er unter Anrechnung von 12 Dienstjahren entsprechend dem Kollektivvertrag für Angestellte im Metallgewerbe eingestuft. Der Arbeitgeber hat in den Dienstvertrag aufgenommen, dass mit dem ausbezahlten Gehalt alle anfallenden Mehr- und Überstunden abgedeckt sein sollten. Außerdem zog die Firma das Dienstauto, das Herr K. täglich für seine weitläufigen Tätigkeiten benötigte, vom Gehalt ab und zahlte 530 Euro brutto weniger aus. 

Als der 50-Jährige im Frühjahr 2017 auch noch im Krankenstand gekündigt wurde, wandte er sich an die Arbeiterkammer Niederösterreich. Schnell war klar: Die Anrechnung des Sachbezugs (Dienstauto) auf das kollektivvertragliche Mindestgehalt ist rechtswidrig. Die Arbeiterkammer forderte daher die berechtigten Ansprüche für den Dienstnehmer ein. „Durch unsere Intervention erhielt der Arbeitnehmer 3.300 Euro nachbezahlt“, so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.