Chef prellt Alleinerzieherin um 4.457 Euro

AK-Präsident Wieser: „Haben ausstehenden Lohn vor Gericht erstritten“

Mit einem besonders krassen Fall hatte es die AK Niederösterreich im Industrieviertel zu tun. Ein Wirt blieb seiner Reinigungskraft mit einem Monatslohn von 106 Euro netto insgesamt fast 4.500 Euro schuldig. „Wir haben der Frau, die noch dazu alleinstehende Mutter ist, den ausstehenden Lohn vor Gericht erstritten“, schildert AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Drei Stunden pro Woche hätte die alleinerziehende Mutter ein Cafe im südlichen Industrieviertel putzen sollen – für 106 Euro netto im Monat. Nur, die Zeit reichte nie aus. Neun bis zehn Stunden pro Woche dauerte die Arbeit. Das interessierte den Wirten nicht sonderlich. Die Mehrarbeit bezahlte er seiner Reinigungskraft nie. Als die Frau für ihre ArbeitnehmerInnenveranlagung einen Jahreslohnzettel haben wollte, sollte sie unterschreiben, dass all ihre Ansprüche abgegolten worden wären. Sie weigerte sich – und wurde sofort gekündigt.

„Erst dann ist die Frau zu uns gekommen“, schildert AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. „Vorher traute sie sich nicht, weil sie als alleinerziehende Mutter auf jeden Cent angewiesen ist und Angst hatte, ihren Job zu verlieren“. Glücklicherweise hatte die Betroffene ihre Arbeitszeiten genau aufgezeichnet. So konnten die ExpertInnen der AK Niederösterreich vor Gericht nachweisen, dass der Wirt der Reinigungskraft nicht nur ein Jahr lang den Großteil ihres Lohns schuldig geblieben war sondern noch nicht einmal Weihnachts- und Urlaubsgeld erhalten hatte. Außerdem hatte ihr der Chef vorgemacht, als geringfügig Beschäftigte habe sie keinen Anspruch auf Urlaub. „Das ist natürlich Unsinn“, sagt Wieser.

Das Arbeits- und Sozialgericht verurteilte den Wirten, sämtliche offenen Forderungen in Höhe von 4.457 Euro netto nachzubezahlen – das entspricht 42 Nettomonatsgehältern. Selbst nach diesem Urteil versuchte der Cafebesitzer noch alles, um um eine Zahlung herumzukommen und ging in Berufung. Das Oberlandesgericht Wien ließ ihn abblitzen. „Die Betroffene hat das Geld mittlerweile erhalten“, schildert AK-Präsident Wieser. „Hier hat sich der kostenlose Rechtsschutz durch die AK Niederösterreich voll ausgezahlt.

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