8.8.2017

AK Niederösterreich: Achterbahnfahrt zur Schwerarbeitspension

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle widerfuhr einem Metallarbeiter aus dem südlichen Niederösterreich. Nach Ablehnung des Antrags auf Schwerarbeitspension durch die Pensionsversicherungsanstalt klagte der Mann mithilfe des kostenlosen Rechtsschutzes der AK Niederösterreich beim Arbeits- und Sozialgericht. Auf Messers Schneide verlaufend, ging die Verhandlung am Ende zugunsten des 58-Jährigen aus. Letztlich waren die Arbeitszeitaufzeichnungen des Metallarbeiters ausschlaggebend für die Zuerkennung.

Jahrzehntelang leistete Peter S. in einem metallverarbeitenden Betrieb in Neunkirchen schwere körperliche Arbeit. Für ihn schien die Gewährung der Schwerarbeitspension nur Formsache zu sein. Mit 57 Jahren suchte er darum bei der Pensionsversicherung an, um mit 60 Jahren in Pension gehen zu können. Doch die PVA lehnte ab. Er wandte sich an das Rechtsschutzbüro der AK Niederösterreich in Wiener Neustadt und gemeinsam entschloss man sich, gegen den ablehnenden Bescheid zu klagen.

Das Wechselbad der Gefühle nahm seinen Lauf. Rasch kam der dem Verfahren beigezogene berufskundige Sachverständige zum Schluss, dass aufgrund der Dauer und Schwere der Tätigkeit dem Mann die Schwerarbeitspension sehr wohl zustünde. Doch die Freude war schnell wieder getrübt. Der Arbeitgeber gab nämlich an, dass ein Arbeitstag von Peter S. nicht acht, sondern lediglich 7,37 Stunden gedauert hätte.  Laut anzuwendender Berechnung hätte das bedeutet, dass der Kalorienverbrauch unter die 2.000er-Marke gefallen wäre. Diese gilt es zu erreichen, um überhaupt eine Chance auf eine Schwerarbeitspension zu haben.

Eigene Aufzeichnungen von Kollegen bestätigt

Dem neuerlichen Rückschlag hatte die klagende Partei jedoch entscheidendes entgegenzusetzen, nämlich persönliche Arbeitsaufzeichnungen gestützt durch Stempelzeiten. Demnach hat der Mann in der Regel früher seinen Arbeitstag begonnen und später beendet als vom Arbeitgeber behauptet. Das bezeugten zusätzlich einige Kollegen, die berichteten, dass Peter S. nicht selten sogar die Pause durcharbeitete. Für das Gericht war somit klar: Alle Voraussetzungen für die Schwerarbeitspension sind erfüllt. Ab 2018, mit 60 Jahren, kann Peter S. seinen Ruhestand in vollen Zügen genießen.

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