22.8.2017
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Arbeitsrecht Halbjahresbilanz 2017 - Bezirk Tulln

An der Wertschätzung für seine Beschäftigten ließ es ein Gastwirt aus dem Bezirk Tulln mangeln. Als eine weibliche Hilfskraft nach einem knappen halben Jahr krank wurde, drängte er sie zu einer einvernehmlichen Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Die Betroffene lehnte das ab – und bekam prompt die Kündigung. Sie wandte sich an die AK Niederösterreich-Bezirksstelle Tulln. „Wir haben den Lohn für die nicht eingehaltene Kündigungsfrist und das Krankengeld für sie eingefordert, samt anteiligem Urlaubs- und Weihnachtsgeld“, sagt AK-Bezirksstellenleiter Günter Kraft. Auf der Forderung der AK fanden sich auch 132 Mehr- und Überstunden, die die Frau gearbeitet, aber nie bezahlt bekommen hatte. „Die Arbeitnehmerin war nur ein knappes halbes Jahr zu 30 Stunden die Woche im Betrieb beschäftigt. Das heißt, sie hat in der Zeit einen Monat zusätzliche Arbeit geleistet. Ohne unsere Hilfe wäre das für den Arbeitgeber gratis gewesen“, sagt Günter Kraft. Insgesamt beliefen sich die Schulden des Arbeitgebers bei seiner ehemaligen Beschäftigten auf 3.600 Euro –weit mehr als zwei Monatsgehälter. Nachdem er die Forderung der AK erhalten hatte, zahlte das Unternehmen der Betroffenen das ihr zustehende Geld nach.

Halbjahresbilanz 2017 – Bezirk Tulln

Arbeits- und sozialrechtliche Beratungstätigkeit

Beratungen775
Interventionen beim Arbeitgeber   
46
Kostenloser Rechtsschutz27
Außergerichtlich eingebracht48.783 Euro
Gerichtlich eingebracht82.416 Euro
Insolvenzvertretung1.042.419 Euro
Gesamt1.173.618 Euro

Im ersten Halbjahr 2017 forderte die AK Tulln für 46 ArbeitnehmerInnen ausstehende Löhne und Gehälter ein. „Leider haben es einige Arbeitgeber auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen“, sagt AK-Bezirksstellenleiter Günter Kraft. In 27 Fällen klagte die AK zugunsten der ArbeitnehmerInnen vor dem Arbeitsgericht. Außerdem vertrat die AK im Bezirk 243 Beschäftigte aus 14 insolventen Betrieben. Insgesamt bekamen die Betroffenen durch die Unterstützung der AK 1,2 Millionen Euro an ausstehenden Löhnen und Gehältern nachbezahlt, um die sie ohne AK wahrscheinlich umgefallen wären.

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