22.8.2017
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Arbeitsrecht Halbjahresbilanz 2017 - Bezirk Scheibbs

Gelegentlich könnte es etwas länger dauern, sagte man einem 27-jährigen Maschinenbetreuer aus dem Bezirk Scheibbs bei seinem Einstellungsgespräch bei einem niederösterreichischen Agrarhandelsunternehmen. „Mit etwas länger waren offenbar regelmäßige 12-Stunden-Schichten gemeint“, erklärt AK Niederösterreich-Bezirksstellenleiter Helmut Wieser. „Von Anfang Jänner bis Mitte April kam der Arbeitnehmer so auf 227 Überstunden.“ Bezahlt wurde keine einzige. Vage wurde vereinbart, dass der Mitarbeiter ab Mai im Gegenzug weniger arbeiten müsse. Von Überstundenzuschlägen war keine Rede. Als er einmal für seine private Übersiedlung drei Stunden Zeitausgleich beantragte, hat ihm das die Firma verweigert.
Nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses wandte sich der Maschinenbetreuer an die AK Niederösterreich-Bezirksstelle Scheibbs. „Wir haben für ihn beim ehemaligen Arbeitgeber die offenen Überstunden und den offenen Resturlaub eingefordert“, schildert Wieser. Nach langen Verhandlungen hat die Firma 3700 Euro nachbezahlt. Hier sieht man wieder, wie wichtig es ist, dass ArbeitnehmerInnen Arbeitszeitaufzeichnungen haben. Mit ihnen kann man unbezahlte Überstunden auch beweisen“.

Halbjahresbilanz 2017 – Bezirk Scheibbs

Arbeits- und sozialrechtliche Beratungstätigkeit

Beratungen
575
Interventionen beim Arbeitgeber46
Kostenloser Rechtsschutz17
Außergerichtlich eingebracht63.652 Euro
Gerichtlich eingebracht44.374 Euro
Insolvenzvertretung17.605 Euro
Gesamt125.631 Euro

Im ersten Halbjahr 2017 forderte die AK Scheibbs für 46 ArbeitnehmerInnen ausstehende Löhne und Gehälter ein. „Leider haben es einige Arbeitgeber auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen“, sagt AK-Bezirksstellenleiter Helmut Wieser. In 17 Fällen klagte die AK zugunsten der ArbeitnehmerInnen vor dem Arbeitsgericht. Außerdem vertrat die AK im Bezirk vier Beschäftigte aus zwei insolventen Betrieben. Insgesamt bekamen die Betroffenen durch die Unterstützung der AK 125.631 Euro an ausstehenden Löhnen und Gehältern nachbezahlt, um die sie ohne AK wahrscheinlich umgefallen wären.

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