22.8.2017
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Arbeitsrecht Halbjahresbilanz 2017 - Bezirk Mödling

Für einen Gastwirt aus dem Bezirk Mödling scheinen Arbeitsrecht und Kollektivverträge eher so etwas zu sein wie unverbindliche Empfehlungen. Ein Kellner, der zwei Monate lang bei ihm beschäftigt war, hat nie Lohnabrechnungen erhalten. Dass der Teilzeitbeschäftigte in dem kurzen Zeitraum auf 114 Mehr- und Überstunden kam, interessierte seinen Chef auch recht wenig. „Gezahlt hat er keine einzige“, sagt AK Niederösterreich-Bezirksstellenleiterin Susanna Stangl. Als ob das nicht reichen würde, wurde der Kellner auch noch fristwidrig gekündigt. Und erhielt weder den nicht konsumierten Urlaub ausbezahlt noch das anteilige Urlaubs- und Weihnachtsgeld, schildert die Bezirksstellenleiterin. „Als der Betroffene zu uns kam, haben wir sofort alles, was ihm der Arbeitgeber schuldete, eingefordert.“
Das offizielle Schreiben der AK scheint den Unternehmer mit einem eher laxen Zugang zu ArbeitnehmerInnenrechten beeindruckt zu haben. „Der Arbeitgeber hat dann mit uns Kontakt aufgenommen und nach einigen Gesprächen haben wir einen Vergleich geschlossen und er hat das ausständige Geld überwiesen“, sagt Stangl. Das waren 1.500 Euro netto – deutlich mehr als ein Monatsgehalt für den Betroffenen.

Halbjahresbilanz 2017 – Bezirk Mödling

Arbeits- und sozialrechtliche Beratungstätigkeit

Beratungen946
Interventionen beim Arbeitgeber   
94
Kostenloser Rechtsschutz54
Außergerichtlich eingebracht98.681 Euro
Gerichtlich eingebracht121.303 Euro
Insolvenzvertretung1.414.069 Euro
Gesamt1.634.053 Euro

Im ersten Halbjahr 2017 forderte die AK Mödling für 94 ArbeitnehmerInnen ausstehende Löhne und Gehälter ein. „Leider haben es einige Arbeitgeber auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen“, sagt Bezirksstellenleiterin Susanna Stangl. In 54 Fällen klagte die AK zugunsten der ArbeitnehmerInnen vor dem Arbeitsgericht. Außerdem vertrat die AK im Bezirk 196 Beschäftigte aus 22 insolventen Betrieben. Insgesamt bekamen die Betroffenen durch die Unterstützung der AK 1,6 Millionen Euro an ausstehenden Löhnen und Gehältern nachbezahlt, um die sie ohne AK wahrscheinlich umgefallen wären.

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