30.11.2017
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AK Regionaldialog im Industrieviertel

"Wir wollen wissen, wie die Herausforderungen in den Regionen gesehen werden, was die Menschen vor Ort bewegt und wie wir die Zukunft mitgestalten", läutete AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser den AK-Regionaldialog "Meine Region Industrieviertel" am Dienstagabend in der AK-Bezirksstelle Mödling ein. An der Diskussion nahmen VertreterInnen aus Politik, von Behörden sowie BürgerInnen teil.

Regionaldialog Industrieviertel: Gruppenbild © Panzenböck, AK Niederösterreich

Über Entwicklung und Digitalisierung des Industrieviertels diskutierten (v.l.n.r.): Dr. Karl-Heinz-Leitner vom Austrian Institute Of Technology (AIT), AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser,  die Leiterin der AMS-Geschäftsstelle Schwechat Christine Fälbl, sowie Regionalberater Josef Wallenberger. Moderator des Abends war AK-Experte Dr. Christian Haberle.

Industriekonzept notwendig

Das Industrieviertel ist im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung. Pendeln gehört für das Gros der Menschen im Südosten des Landes zum Alltag. Das hat nicht nur mit der Nähe zur Bundeshauptstadt und dem daran angrenzenden "Speckgürtel" zu tun. Es wird bezirksüberschreitend auch rege ein- und ausgependelt. "Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs bleibt daher eine der größten Herausforderungen für das Industrieviertel", so Wieser. Wirtschaftlich präsentiert sich die Region stark. Mit 19,4 Millionen Euro an Wertschöpfung (Daten aus dem Jahr 2014) trägt das Industrieviertel satte 42 Prozent zum gesamten Bruttoregionalprodukt Niederösterreichs bei. "Auch wenn der Dienstleistungssektor wächst, die Industrie ist weiterhin das wirtschaftliche Flaggschiff. Wo produziert wird, sind auch die Einkommen höher. Damit das auch in Zukunft so bleibt, bedarf es eines umfassenden Industrie-Konzepts", so der AK Niederösterreich-Präsident.

Digitalisierung und Sozialstaat

Ob die guten Wirtschaftsdaten des Industrieviertels auch in Zukunft von bestand sind, hängt zudem vom Umgang mit der Digitalisierung zusammen. Diese betrifft nicht nur die Arbeitswelt, sondern alle Lebenslagen. Nicht zuletzt deshalb, weil die größte Bevölkerungsgruppe in rund zehn Jahren in Pension geht und das Lebensalter weiter steigt. Diese Entwicklung ruft nach Lösungen, denn die Menschen wollen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben führen und Nahversorgung und Gesundheitsversorgung gleichermaßen gesichert sehen. "Wenn immer mehr Roboter Arbeitsplätze ersetzen, wer zahlt am Ende in die Sozialversicherung und in den Steuertopf ein?", lautete eine Frage aus dem Publikum. Für Präsident Wieser eine Frage der gerechten Umverteilung: "Wenn ein Betrieb mit ein paar Mitarbeitern so viel Wertschöpfung erzielt wie ein Betrieb mit 500 Beschäftigten, dann muss dieser auch so viele Abgaben liefern, als hätte er 500 Beschäftigte. Und wenn es weniger Arbeitzsplätze gibt, muß man über die Reduktion der Arbeitszeit nachdenken, damit es Beschäftigung für alle gibt." Insofern, so Wieser, sei die Auseinandersetzung mit dem Thema Arbeit 4.0. zwar wichtig, "die Frage nach dem Sozialstaat 4.0. aber noch viel wichtiger." 

Hemmschuh Bildung

Die Leiterin des AMS Schwechat, Gabriele Fälbl, brachte ein großes Problem auf den Punkt und bezeichnete Bildung als "den großen Hemmschuh" für die Digitalisierung. "Besonders in den Ballungsräumen gibt es auffallend viele Menschen, die lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass der Wille zur Weiterbildung umso geringer ist, je niedriger der Schulabschluss ist. Dabei ist Weiterbildung das Um und Auf, weil Digitalisierung die Nachfrage an Fachkräften steigen lässt." Es gibt aber auch ein positives Beispiel aus Baden: Als Modellregion auserkoren, sorgte das Förderprogramm "Aktion 20.000" dafür, dass binnen kürzester Zeit 120 arbeitslose Menschen der Altersgruppe 50-Plus wieder Arbeit fanden.

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