22.2.2018
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Leistungsbilanz 2017

Krankenstand nicht bezahlt

Auch das kann passieren: Eine Praktikantin aus dem Bezirk Mistelbach wurde während ihres Praktikums krank. Das böse Erwachen kam aber mit der Abrechnung. Der Arbeitgeber überwies ihr rund 400 Euro für ein Monat Arbeit. Das machte die Praktikantin skeptisch und sie wandte sich an die AK-Bezirksstelle Mistelbach. „Wir kontrollierten die Endabrechnung und stellten fest, dass der Arbeitgeber nur jene Zeit entlohnte, die die Praktikantin auch tatsächlich gearbeitet hatte“, erzählt Bezirksstellenleiter Rudolf Westermayer. Weder der Krankenstand wurde ausbezahlt, noch die anteiligen Sonderzahlungen und die Urlaubsersatzleistung. „Obwohl wir dem Arbeitgeber die Rechtslage erklärten, bezahlte er erst, als er nach Rücksprache mit der Wirtschaftskammer dieselbe Information erhielt“, so Westermayer. Die Praktikantin konnte sich dann noch über fast 700 Euro freuen.

Jahresbilanz 2017 – Bezirksstelle Mistelbach

Beratungen:4.245
Im Arbeits- und Sozialrecht eingebracht:1.673.718 Euro
Davon Insolvenzvertretung:869.134 Euro
Für die Mitglieder insgesamt erreicht:2.196.971,86 Euro

Insgesamt habe die Bezirksstelle im Vorjahr mehr als zwei Millionen Euro für ArbeitnehmerInnen der Region erstritten, sagt der Bezirksstellenleiter. „Das umfasst sowohl die Steuerrückholaktion als auch den KonsumentInnenschutz. „Den größten Brocken macht naturgemäß unsere Hilfe bei Problemen am Arbeitsplatz oder in sozialrechtlichen Fragen aus.“ Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr über 4.000 Menschen an die Bezirksstelle gewandt. „Das zeigt, wie wichtig wir als regionale Anlaufstelle in allen Lebenslagen sind“, sagt Westermayer. Dieses Profil habe man auch mit zahlreichen Veranstaltungen geschärft. „Auch Schulen greifen vermehrt auf unser Wissen zurück“, sagt der Bezirksstellenleiter und nennt auch noch die zahlreichen Bewerbungstrainings, die AK-ExpertInnen im Vorjahr in Schulen des Bezirks durchgeführt haben.

51 Mio. Euro für Beschäftigte in ganz Niederösterreich

Landesweit hat die AK Niederösterreich 51 Millionen Euro für die AK-Mitglieder allein im Arbeits- und Sozialrecht erstritten. „Das ist Geld, das den Beschäftigten zusteht und ihnen aus vielerlei Gründen vorenthalten wurde“, sagt Kammerrat Peter Schaludek. Die Bandbreite der Fälle, in denen die AK Niederösterreich ihre Mitglieder vertreten hat, spiegelt die Probleme in der Arbeitswelt wieder: nicht ausbezahlte Überstunden, ungerechtfertigte Entlassungen, Bezahlung unterhalb des Kollektivvertrags, nicht ausbezahlte Löhne und Gehälter oder Abfertigungen. Aber auch zum Thema Arbeitslosenversicherung, Pension und Krankheit gibt es viele Anfragen. „Hier kommt laufend Hilfe und Unterstützung von unseren ExpertInnen, die für die Betroffenen im Einsatz stehen“, so Kammerrat Schaludek.

Erfolge für AK bei Entgeltfortzahlung ab 1. Juli
Landesweit gab es besonders viele Anfragen zum Thema Krankenstand. Immer wieder sind ArbeitnehmerInnen im Krankenstand mit mehr oder weniger freiwilligen Beendigungen der Arbeitsverhältnisse konfrontiert. Wird einE BeschäftigteR krank, kommt von Unternehmen das Thema einer einvernehmlichen Auflösung des Dienstverhältnisses ins Spiel. „So wollen sich manche Arbeitgeber Lohn und Gehalt für die MitarbeiterInnen während des Krankenstandes sparen“, schildert Schaludek. „Die Kosten werden stattdessen auf die Allgemeinheit, also die Krankenkassen, abgewälzt“.

AK und ÖGB haben daher stets gefordert, dass auch bei einvernehmlichen Lösungen im Krankenstand eine Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber zu leisten ist. Dieser Druck hat gewirkt, mit 1. Juli werden rechtliche Änderungen wirksam. „Wird ein Arbeitsverhältnis im Zusammenhang mit einem Krankenstand aufgelöst, muss der Arbeitgeber volle Entgeltfortzahlung leisten“, sagt Schaludek. Diese Entgeltfortzahlung beträgt ab 1. Juli im Krankenstand bereits ab einem Dienstjahr bis zu acht Wochen – und zwar für ArbeiterInnen wie für Angestellte. Bisher galt die Entgeltfortzahlung im Krankenstand von 8 Wochen erst nach 5 Arbeitsjahren.

Präsentation der Leistungsbilanzzahlen in der Bezirksstelle Mistelbach © AK Niederösterreich , AK Niederösterreich
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