20.10.2017
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AK-Regionaldialog: Mit Investitionen das nördliche Weinviertel stärken

AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser lud am Donnerstagabend in die AK-Bezirksstelle Korneuburg zum Regionaldialog "Meine Region - Weinviertel". "Wir wollen wissen, wo der Schuh drückt und wo die Herausforderungen in der Region gesehen werden", sagte Wieser. Zahlreiche GemeinderätInnen, eine große Zahl von BetriebsrätInnen und BürgerInnen sowie eine künftige Nationalrätin beteiligten sich auch per E-Voting vor Ort an der Diskussion über Probleme und Entwicklungschancen des Weinviertels.

Wirtschaftsraum mit großen regionalen Unterschieden

Als Wirtschaftsstandort ist das Weinviertel vor allem rund um Wien sehr begehrt. In den grenznahen Gebieten ist die Entwicklung eher schwach. Das zeigt sich anhand der Medianeinkommen in den Bezirken. Alle Bezirke liegen beim Einkommen unter NÖ-Medianeinkommen. Während Korneuburg knapp darunter liegt (98 Prozent), verdienen die ArbeitnehmerInnen in Hollabrunn lediglich 77 Prozent des mittleren Einkommens. Dort, wo es ausreichend Betriebe in der Produktion gibt, verdienen die Menschen besser. Wenn der Handel mit einem hohen Anteil an Teilzeit überwiegt, sind die Einkommen eher bescheiden. Daher sollte standortpolitisch ein ausgewogenerer Branchenmix in den Bezirken das Ziel sein. "Ein Ausbau des Breitbandinternets und der Infrastruktur, besonders des öffentlichen Verkehrs, sind von zentraler Bedeutung für das Weinviertel", sagte Wieser.

Regionaldialog Weinviertel: Päsident Wieser © Prinz, AK Niederösterreich

AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser begrüßte mehr als 60 BesucherInnen beim Regionaldialog Weinviertel in der AK-Bezirksstelle Korneuburg.

Zwischen Speckgürtel und Abwanderung – Herausforderungen für das Weinviertel

Das Weinviertel zeigt im Wohnbereich große Unterschiede. Während die Grundstückpreise in Korneuburg in normaler Wohnlage im Schnitt bei 154 Euro pro Quadratmeter liegen, sind Grundstücke in Hollabrunn mit durchschnittlich 43 Euro wesentlich günstiger. In sehr guter Wohnlage liegen die durchschnittlichen Preise für Grundstücke in Korneuburg sogar bei rund 340 Euro pro Quadratmeter. Der Eigentumsanteil ist im Weinviertel besonders hoch. Daher ist darauf zu achten, dass kompakte Siedlungsstrukturen forciert werden. Zersiedelung führt nämlich langfristig zu höheren Infrastrukturkosten der Gemeinden.

In Abwanderungsgemeinden in Grenznähe stellt sich vermehrt die Frage, wie die Daseinsvorsorge ohne einen größeren Qualitätsverlust zu organisieren ist. In den starken Zuwachsgebieten im Süden sind ausreichende Kinderbetreuungseinrichtungen sowie Schul- und Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche das Hauptthema. "Kinderbetreuungseinrichtungen für unter 2,5-Jährige müssen ausgebaut werden, um Vollzeitbeschäftigung der Eltern zu ermöglichen", so Wieser.

Regionaldialog Weinviertel: Bürgermeister der Gemeinde Mailberg Herbert Goldinger, der Leiter der AMS-Geschäftsstelle Korneuburg Manfred Nowak, AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser sowie Regionalberater Josef Wallenberger © Prinz, AK Niederösterreich

Über die Entwicklung des Weinviertels diskutierten (v.l.n.r.): Der Bürgermeister der Gemeinde Mailberg Herbert Goldinger, der Leiter der AMS-Geschäftsstelle Korneuburg Manfred Nowak, AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser sowie Regionalberater Josef Wallenberger. Moderator des Abends war AK-Experte Dr. Christian Haberle (g.r.).

In den Ausbau des öffentlichen Verkehrs investieren

Im Bezirk Hollabrunn wird als einzigem Bezirk im Weinviertel ein Rückgang der Bevölkerung erwartet. Die Bezirke in der Nähe von Wien wachsen hingegen stark. Dementsprechend werden die Zahlen der PendlerInnen steigen. Bei allen vier Bezirken überwiegen die AuspendlerInnen gegenüber den EinpendlerInnen. Von Gänserndorf pendeln mehr als die Hälfte der wohnhaft Beschäftigten nach Wien, von Korneuburg fast die Hälfte und in den beiden anderen Bezirken sind es jeweils rund ein Drittel. "Niederösterreich wird gerne als 'Land der Pendler' bezeichnet. Pendeln ist aber erzwungen und hat erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit und ist eine Belastung für das Haushaltseinkommen", so Wieser. Durch die Anbindung des nördlichen Weinviertels durch die A5 bis 2019 werden die Fahrzeiten nach Wien kürzer. Beim öffentlichen Verkehr gibt es noch immer einiges Potential nach oben.

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