24.8.2017
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Arbeitsrecht Halbjahresbilanz 2017 - Bezirk Bruck

Es ist fünf vor zwölf, als sich ein Restaurantfachmann nach seiner Kündigung in der AK-Bezirksstelle Hainburg einfindet. Seine Bitte: die Kontrolle der Arbeitszeitaufzeichnungen. Den Experten vor Ort ist schnell klar: Da stimmt etwas ganz und gar nicht. Weder Feiertags- noch Überstunden finden sich auf den Lohnabrechnungen. Auch von Urlaubs- und Weihnachtsgeld keine Spur. Doch nicht nur das: Der 30-Jährige hat schon seit drei Monaten keinen Lohn mehr erhalten, sich aber aus Angst vor Jobverlust nicht an die AK gewandt. Die Berechnungen zeigen: Es sind beinahe 6.000 Euro offen.

Dabei handelt es sich nicht um einen Einzelfall, weiß AK-Bezirksstellenleiter Christian Bauer: „Beinahe wöchentlich melden sich Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer dieses gut gehenden Gastronomiebetriebs und berichten, dass sie oft ewig auf ihr Geld warten müssen. Auch mit der Endabrechnung nach Kündigungen lässt sich der Betrieb gerne Zeit.“ Besonders brisant daran: Im Kollektivvertrag für Hotel- und Gastgewerbe beträgt die Frist, um Ansprüche geltend zu machen, lediglich vier Monate. „Es gibt dieses Hotel betreffend bereits etliche laufende Interventionen und auch Klagen vor dem Arbeitsgericht“, bestätigt Bauer und bietet Unterstützung an: „Lassen Sie sich nicht vertrösten. Ihre Ansprüche müssen, um gewahrt zu bleiben, schriftlich geltend gemacht werden. Wir helfen Ihnen dabei!“

Für den Restaurantfachmann hat der Fall ein gutes Ende genommen – mit Hilfe der Arbeiterkammer ist er schließlich zu seinem Recht und dem ihm zustehenden Geld gekommen.

Halbjahresbilanz 2017 – Bezirk Bruck

Arbeits- und sozialrechtliche Beratungstätigkeit

Beratungen267
Interventionen beim Arbeitgeber25
Kostenloser Rechtsschutz17
Außergerichtlich eingebracht31.928 Euro
Gerichtlich eingebracht11.056 Euro
Insolvenzvertretung100.022 Euro
Gesamt143.006 Euro

Im ersten Halbjahr 2017 forderte die AK Hainburg für 25 ArbeitnehmerInnen ausstehende Löhne und Gehälter ein. „Leider haben es einige Arbeitgeber auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen“, sagt Bezirksstellenleiter Christian Bauer. In 17 Fällen klagte die AK zugunsten der ArbeitnehmerInnen vor dem Arbeitsgericht. Außerdem vertrat die AK Hainburg 30 Beschäftigte aus neun insolventen Betrieben. Insgesamt bekamen die Betroffenen durch die Unterstützung der AK 143.006 Euro an ausstehenden Löhnen und Gehältern nachbezahlt, um die sie ohne AK wahrscheinlich umgefallen wären.

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