4.11.2019

AK NÖ-Wieser: „LKW-Fahrer bekam fürs Lenken von 15-Tonnern monatelang nur Akontozahlungen“ 

Vor drei Jahren begann Herr B. als LKW-Fahrer bei einer Firma im Bezirk Mödling. Der 47-Jährige lenkte LKW über 15 Tonnen, um von Trockenlebensmitteln über Stahl bis hin zu Reifen alles Mögliche zu transportieren. Er sollte dafür 1.600 Euro netto pro Monat bekommen. „Tatsächlich erhielt er monatelang immer nur Akontozahlungen. Erst nach einem Gerichtsprozess und der Insolvenz des Unternehmens erhielt er die ihm zustehenden Lohnzahlungen, fast 7.500 Euro“, so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. 

Die Akontozahlungen gingen teilweise aufs Konto, teilweise wurde der Berufslenker in bar bezahlt. Wenn der Arbeitnehmer drohte, nicht mehr arbeiten zu kommen, weil er nicht den vollen Lohn erhielt, wurde er mit neuen Teilzahlungen vertröstet. Eineinhalb Jahre später hatte der Mann genug. Ein berechtigter vorzeitiger Austritt wegen Vorenthalt des Entgelts war die Folge. 

Der Dienstgeber meldete ihn daraufhin bei der Krankenkasse ab und zahlte die ausständigen Entgelte weiterhin nicht. Daher wandte sich der Arbeitnehmer an die Arbeiterkammer Niederösterreich. Auf die Interventionen wurde nicht reagiert, daher wurde von den AK-ExpertInnen eine Klage beim Arbeits- und Sozialgericht Wr. Neustadt eingebracht. Der Klage hatte der ehemalige Arbeitgeber nichts entgegenzusetzen, hatte aber in der Zwischenzeit Konkurs beantragt. „Vom Insolvenzentgeltfonds erhielt der geduldige Industrieviertler schließlich die ihm zustehenden rund 7.500 Euro netto“, so AK-Präsident Wieser.

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