25.11.2019

Begünstigte Behinderte entlassen

Die Abfertigung in Höhe von 17.900 Euro musste eine Drogerie-Kette einer Filialleiterin nachzahlen, nachdem diese mithilfe des AK Niederösterreich gegen die Entlassung geklagt hat. 

Die Geschäftsleitung hatte der 51-Jährigen vorgeworfen, die Kasse manipuliert zu haben. Dabei ging es um 30 Euro, die bei der Prüfung der Tageslosung fehlten. Das Geld wurde für ein Geburtstagsgeschenk für eine Kollegin verwendet und sollte nachträglich wieder einbezahlt werden, was die Filialleiterin auch auf einem Zettel in der Kassa vermerkte.

„Damit war keine Diebstahlsabsicht gegeben und die Entlassung ungerechtfertigt. Im angestrebten Vergleich verpflichtete sich der ehemalige Dienstgeber zur Zahlung der gesamten Abfertigung.“ 

Geld für einen Gutschein

19 Jahre arbeitete die Verkäuferin für die Drogeriekette in Stockerau, die letzten sechs davon als Filialleiterin. Mit einem Behinderungsgrad von 60 Prozent unterlag sie dem besonderen Kündigungsschutz, was dem Arbeitgeber auch bekannt war. Anlässlich eines Geburtstags einer Kollegin entschlossen sich die Angestellten der Filiale, Geld für einen Gutschein zusammen zu legen. Den löste die Filialleiterin und zahlte ihren Anteil sowie den der diensthabenden Kollegin ein. Die restlichen 30 Euro sollten dann von den an dem Tag nicht anwesenden Angestellten beglichen werden. Darauf verwies sie auch auf einer hinterlegten Notiz in der Kassa.   

Anzeige wegen Diebstahls

Im Zuge einer Prüfung meldete die Regionalleiterin der Geschäftsleitung sowohl den fehlenden Geldbetrag als auch die handschriftliche Notiz.  Für den Arbeitgeber offensichtlich Grund genug, die Frau nicht nur zu entlassen, sondern auch Anzeige wegen Diebstahls zu erstatten. 

Außergerichtlicher Vergleich

Die Entlassene wandte sich an die Arbeiterkammer Niederösterreich, die ihr per Rechtsschutz einen Anwalt zur Verfügung stellte.  Im Zuge der Verhandlung sah der ehemalige  Dienstgeber ein, dass der Vorwurf der Diebstahlsabsicht nicht hielt und bot einen Vergleich an. Als begünstigte Behinderte hätte die Frau sogar Anspruch auf eine Weiterbeschäftigung gehabt, auf den sie jedoch freiwillig verzichtete. „Der außergerichtliche Vergleich endete mit der Überweisung der gesamten Ansprüche aus der Abfertigung alt in Höhe von 17.900 Euro an die Frau endete“, so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.  Das Strafverfahren wegen Diebstahls wurde von der Staatsanwaltschaft ebenfalls eingestellt.

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