27.2.2017
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AK Niederösterreich: "Konsumentenschutz für alle" - Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Land NÖ verlängert

Seit 16 Jahren unterstützt die Kooperation zwischen Arbeiterkammer Niederösterreich und Land NÖ die NiederösterreicherInnen in Konsumentenschutzangelegenheiten. Landeshauptmann-Stellvertreterin für Konsumentenschutz und Kommunale Verwaltung Mag. Karin Renner, AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser und AK Niederösterreich-Direktor Mag. Joachim Preiß verlängern die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Seit Gründung des Vereins pro Konsument zeigt sich, dass das Thema Konsumentenschutz nicht an Brisanz verliert. 10.800 NiederösterreicherInnen wurden im vergangenen Jahr beraten und unterstützt. Die Anfragen an die KonsumentenberaterInnen drehen sich um Finanzdienstleistungen, Wohnen, Handy und Internet.
"Die intensive Prävention und die hervorragende Kooperation mit der Arbeiterkammer Niederösterreich tragen Früchte", freut sich LHStv. Mag. Karin Renner. "Besonders erfreulich ist, dass es im letzten Jahr keinen einzigen Beratungsfall zu einer Werbefahrt gab. Die Änderung der Gewerbeordnung zu Werbefahrten im Jahr 2012 und die Aufklärungsarbeit durch die Website von Arbeiterkammer und Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz www.haendewegvonwerbefahrten.at haben Wirkung gezeigt", so Renner.

"Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit sind Arbeiterkammer Niederösterreich und pro Konsument die Nummer 1 im Konsumentenschutz in Niederösterreich. Wir sind die erste Anlaufstelle, egal, wo der Schuh drückt", so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Gegen Bankomatgebühren

Im Zuge der Diskussionen rund um Bankomatgebühren ist für AK-Präsident Wieser klar: "Der Zugang zum eigenen Geld muss kostenlos sein und darf nichts extra kosten." Die heimischen Konsumenten bezahlen bereits genug an Kontogebühren, die laut letztem Bankenmonitoring um ein Viertel gestiegen sind. Auch sonstige Spesen wie Vertragsänderungsgebühren machen beträchtliche Summen für die KonsumentInnen aus. "Bankomatgebühren sind daher völlig inakzeptabel", so Wieser.

Auch LHStv. Renner zeigt sich kämpferisch: "Die BankkundInnen zahlen bereits Kontogebühren. Der Zugang zum eigenen Bargeld ist ein essenzieller Bestandteil des Kontovertrages, der nicht mit einer zusätzlichen Gebühr belastet werden darf. In den meisten österreichischen Kontoverträgen ist das Abheben von Geld am Bankomaten im Girokonto- bzw. Kartenentgelt ohnehin schon inkludiert. Weitere Gebühren sind damit abzulehnen."

Weiterer Ausblick für 2017

Kostensenkung bei den Finanzdienstleistungen

Immer mehr NiederösterreicherInnen werden durch hohe Bankspesen und horrende Überziehungszinsen belastet", so Wieser. Noch immer müssen die KonsumentInnen bis zu 13 Prozent bei Überziehungszinsen zahlen. "Unser Vorschlag liegt bei sechs Prozent über dem Drei-Monats-Euribor", sagt Wieser. Wie groß hier das Einsparungspotential für KonsumentInnen ist, zeigt der AK-Bankenrechner.

Inkassobüros

Ein Brief vom Inkassobüro kann teuer kommen. Wenn die Forderung aber den Grundpreis um ein Vielfaches übersteigt, liegt der Verdacht des Wuchers nahe. "Inkassokosten müssen mit der Höhe der Grundforderung gedeckelt werden. Es kann nicht sein, dass die Kosten den geforderten Betrag um ein Vielfaches übersteigen", fordert  AK Niederösterreich-Präsident Markus Wieser.

Schlichtungsstellen

Die Erreichbarkeit der Schlichtungsstellen als neutrale Vermittlungseinrichtung der Streitbeilegung soll heuer weiter verbessert werden, regionale Sprechstunden sind gerade in Koordinierung und sollen ortsnahe Hilfestellung ermöglichen. Die Teilnahmequote der Unternehmen an Schlichtungsverfahren ist im Vorjahr mit 78 Prozent zwar respektabel, muss aber verbessert werden. Unternehmen und KonsumentenInnen können sich dadurch unnötige Gerichtsverfahren ersparen.

"Wir haben alle schon etwas gekauft, das nicht in Ordnung war, oder vergessen, eine Rechnung einzuzahlen. Konsumentenschutz ist für alle wichtig. Für solche Fälle haben wir den Verein pro Konsument als Anlaufstelle gegründet", erklärt der Obmann des Vereins und AK Niederösterreich-Direktor Mag. Joachim Preiß.

AK Niederösterreich-Direktor Mag. Joachim Preiß, Landeshauptmann-Stellvertreterin für Konsumentenschutz und Kommunale Verwaltung Mag. Karin Renner und AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser © Käfer, AK Niederösterreich

Fallbeispiele – Inkassobüro

Aus 3,99 werden 74,29 Euro

Frau Anna F., Linkshänderin aus dem Bezirk St. Pölten, vergisst auf die Bezahlung von Portospesen von 3,99 Euro für ein Gratis-Cafehäferl (Fototasse). Nach 8 Monaten landet eine Mahnung eines Inkassobüros in ihrem Briefkasten. 74,29 Euro soll Frau F. zahlen. Das ist mehr als das 18fache der ursprünglichen Schuld. Frau F. zahlt nach Rücksprache mit den AK KonsumentenberaterInnen die offenen Portospesen. Doch sie erhält weiterhin Mahnungen. Trotz Bezahlung der Schuld fordert das Inkassobüro die Kosten zur Gänze ein. Obendrauf wird einen Monat später 1 Cent Verzugszinsen in Rechnung gestellt.

Inkassokosten fressen Ratenzahlung auf

Frau K., Pensionistin aus dem Bezirk Neunkirchen, sammelt bei einem Versandhaus Schulden in der Höhe von 2.235 Euro an. Das Versandhaus beauftragt ein Inkassobüro mit der Eintreibung der Schulden. Dieses stellt eine Mahnung in der Höhe von 2.541 Euro aus. Darin enthalten sind Kosten für die Erstellung eines Schreibens in der Höhe von 71 Euro. Frau K. vereinbart eine Ratenzahlung der Schulden. Insgesamt zahlt Frau K. in rund 3 Jahren 1.550 Euro zurück, davon gehen aber 768 Euro für Inkassokosten und 773 Euro an Zinsen drauf. Der Schuldbetrag aufgrund der Zinsen von 18 Prozent und den Kosten des Inkassobüros verringerte sich dadurch nur um 9 Euro!

Inkassobüro schickt Mahnung per Nachnahme

Benjamin S. aus dem Weinviertel, 22 Jahre alt, bestellt ein Sicherheitsmesser um 18 Euro. Er vergisst die Rechnung und die erste Mahnung einzuzahlen. Erst nach der Zahlungsaufforderung durch das Inkassobüro zahlt Herr S. den Preis für das Messer. Nicht jedoch die gesamte Forderung von 124 Euro. Herr S. geht auf Nummer sicher und ruft beim Inkassobüro an. Dort wird ihm bestätigt, dass damit die Sache erledigt sei. Wenige Tage später erhält Herr S. die Nachricht, dass eine Nachnahme-Sendung abzuholen ist. Das Inkassobüro schickt ein Mahnschreiben, welches der Verbraucher erst erhält, wenn er die Inkassokosten zahlt!

Bericht

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