7.3.2019

Mehr Chancengerechtigkeit für Mütter

Durchschnittlich 19,9 Prozent weniger Lohn pro Stunde erhalten Frauen im Vergleich zu Männern – das belegen aktuelle Zahlen der Statistik Austria zum Gender Pay Gap. Insgesamt verdienten Frauen zuletzt im Jahr mehr als ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen – eine hohe Teilzeitquote und das Ausüben von Berufen in schlechter bezahlten Branchen stehen dem Schließen der Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen immer noch im Weg. „Es braucht gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit“, sagt AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. Die volle Anrechnung von Karenzzeiten sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Derzeit sieht das Gesetz vor, dass Karenzzeiten im Ausmaß von maximal 10 Monaten angerechnet werden. Das betrifft aber lediglich Kündigungsfrist, Entgeltfortzahlung im Krankenstand und Urlaubsausmaß. Geht es um Gehaltsvorrückungen, Abfertigungen oder auch Jubiläumszahlungen bei langer Betriebszugehörigkeit, werden Karenzzeiten gar nicht berücksichtigt. „Es sind hauptsächlich Frauen, die zur Betreuung ihrer Kinder in Karenz gehen. Es darf nicht sein, dass Frauen derartige Nachteile im Beruf in Kauf nehmen müssen“, sagt Marianne Landa, Leiterin der AK Niederösterreich-Frauenpolitik.

Gesetzliche Verankerung

Einige Kollektivverträge beinhalten die Anrechnung von Karenzzeiten – jedoch nicht alle. Daher setzt sich die AK Niederösterreich schon lange für mehr Chancengerechtigkeit für Mütter ein: „Es braucht eine gesetzliche Anrechnung der Karenzzeiten für alle Beschäftigungsgruppen bis zum Ablauf des zweiten Lebensjahres des Kindes. Nur so können alle Arbeitnehmerinnen gleichermaßen profitieren und Familie und Beruf besser vereinbaren“, sagt AK Niederösterreich-Präsident Markus Wieser.

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