Keine Hürden beim Wiedereinstieg in den Job

Geringe Einkommen, große Mängel in der Kinderbetreuung besonders im ländlichen Raum, immer mehr Teilzeitjobs – daraus ergibt sich bei vielen Frauen über die Jahre ein niedrigerer Einkommensverlauf, der am Ende des Erwerbslebens oftmals zu geringeren Pensionen und Altersarmut führt. Zwar sind mehr Frauen berufstätig als je zuvor, jedoch steigt der Teilzeitanteil rapide. Nur noch drei von zehn Müttern arbeiten in Vollzeit.

Anschluss im Beruf nicht verlieren

Die im Regierungsprogramm verankerte geplante Karenzverlängerung und der damit verbundene spätere Wiedereinstieg in den Beruf würde diese Entwicklung noch weiter verschärfen. „Ziel muss es daher sein, Frauen die Rückkehr in den Job nicht später, sondern früher zu ermöglichen“, sagt AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. Denn Studien zeigen deutlich: Je eher die Arbeit nach der Geburt wiederaufgenommen werden kann, desto besser gelingt die berufliche Wiedereingliederung.

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Im Aufwind: Kurze Bezugsmodelle (grün) sind bei Niederösterreichs Frauen immer beliebter.


Auch Kinderbetreuungsgeldmodelle mit kürzerer Bezugsdauer, aber dafür höherer finanzieller Zuwendung, liefern einen wichtigen Anreiz, bald in den Beruf zurückzukehren, ergänzt AK Niederösterreich-Expertin Maria Krumholz. Prämien für Mütter, die ihre Kinder nicht in Betreuung geben, wie kürzlich in einer Vorarlberger Gemeinde beschlossen, sei ein Schritt in die falsche Richtung.

Väterbeteiligung fördern

Auch die Rolle von Vätern in der Kinderbetreuung dürfe keineswegs unterschätzt werden. „Die Datenlage zeigt: Bleibt nicht nur die Mutter beim Kind, sondern nimmt auch der Vater eine berufliche Auszeit, können drei von vier Frauen bereits zwei Jahre nach der Geburt wieder ihrer Arbeit nachgehen. Unter Alleinerzieherinnen ist es nur jede zweite“, sagt die Expertin.