Frauen arbeiten ab dem18. Oktober gratis

Die Lohnunterschiede zwischen in Niederösterreich lebenden Frauen und Männern wurden in den letzten Jahren zwar geringer – sie sind aber noch immer erheblich. Laut aktueller Statistik verdienen Frauen immer noch um ein Fünftel weniger als Männer. Am 20. Oktober ist österreichweiter Equal Pay Day, in Niederösterreich arbeiten Frauen bereits ab dem 18. Oktober gratis – 75 Tage lang. „Es braucht fairen Lohn für korrekte Arbeit. Und das muss für alle Branchen und Berufe gelten“, so AK-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Von gleicher Bezahlung für Männer und Frauen kann nach wie vor keine Rede sein. Ein Grund dafür: Frauen entscheiden sich bei der Berufswahl oft immer noch für sogenannte „frauentypische“ und niedrig entlohnte Branchen. Hier gelte es, den Hebel anzusetzen, sowohl bei der Entlohnung als auch bei der gesellschaftlichen Aufwertung von „Frauenberufen“.

Trend zu Teilzeitarbeit trifft Frauen besonders

Doch auch die Entwicklung hin zu Teilzeitarbeit trifft in erster Linie Frauen. Sie machen 85 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten in Niederösterreich aus. „Aktuelle Studienergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Als Hauptgrund für das Ausüben einer Teilzeitbeschäftigung nennen Frauen Kinderbetreuung bzw. die Pflege von Angehörigen“, sagt Marianne Landa, die neue Leiterin der AK Niederösterreich-Abteilung Frauenpolitik.

Vollzeitbeschäftigung durch bessere Kinderbetreuung

Auch wenn in Niederösterreich die Kindergärten ausgebaut werden, gibt es noch viel zu tun. Die Gesetzesänderung, die zukünftig den 12-Stunden-Arbeitstag möglich macht, entspannt die Lage keineswegs: „Schon jetzt ist ein 8-Stunden-Tag mit Kinderbetreuung in vielen Regionen Niederösterreichs nicht vereinbar, weil die Öffnungszeiten dazu nicht ausreichend sind.“ Bei der Kinderbetreuung gehe es außerdem um Wahlfreiheit für die Familien. „Wer einen Vollzeit-Beruf und Kinderbetreuung vereinen will, muss dazu auch die entsprechenden Einrichtungen in seiner Umgebung vorfinden“, sagt Wieser. Die Kommunen sind immer noch aufgefordert, die vom Land freigegebenen Mittel zum Ausbau der Kinderbetreuung abzurufen.

Übrigens: Die größten Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern verzeichnet der Bezirk Mödling (-29,6 %), gefolgt von Amstetten (-24,6 %), am geringsten ist der Unterschied im Bezirk Hollabrunn mit -15,5 Prozent. 

"Es braucht fairen Lohn für korrekte Arbeit. Und das muss für alle Branchen und Berufe gelten."

AK-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser

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