5.12.2017
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AK-Einkommensanalyse: Höhere Nettoeinkommen dank Steuerreform

Die Einkommenssituation der NiederösterreicherInnen hat sich 2016 dank der Steuerreform spürbar verbessert. Im Schnitt ergab sich ein Plus von netto 64 Euro monatlich. „Das entspricht einem Netto-Reallohnzuwachs von 4,4 Prozent. Das belegt den großen Erfolg der Steuerreform, die AK und ÖGB durchgesetzt haben“, so Markus Wieser, Präsident der AK Niederösterreich und Vorsitzender des ÖGB Niederösterreich. Das hat zu einer deutlichen Kaufkraftsteigerung geführt, was die Wirtschaft angekurbelt und ganz wesentlich zum Wirtschaftaufschwung beigetragen hat. „Es braucht daher weitere Entlastungen des Faktors Arbeit“, so Wieser. Das Brutto-Medianeinkommen belief sich im Vorjahr in Niederösterreich auf 2.077 Euro (Österreich: 2.160 Euro). Die Löhne und Gehälter sind in den Kollektivverträgen geregelt und werden regelmäßig zwischen den Sozialpartnern verhandelt. In Österreich liegt die KV-Abdeckung bei 98 Prozent. Ohne Pflichtmitgliedschaft wären diese KV-Abschlüsse und Lohnerhöhungen nicht mehr gegeben.

Das mittlere Bruttoeinkommen in Niederösterreich stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent (+ 24 Euro). Inflationsbereinigt blieb davon eine Steigerung des mittleren Bruttoeinkommens von 0,3 Prozent (+ 6 Euro) übrig. Nach wie vor hoch ist der Unterschied der Medianeinkommen zwischen Männern und Frauen. Der langjährige Vergleich zeigt außerdem, dass gerade die unteren Bruttoeinkommen nicht gestiegen, sondern sogar gesunken sind. Gerade einkommensschwächere Haushalte können weniger für Kultur oder Freizeit ausgeben, weil sie ihre Einkommen zum Abdecken der Grundbedürfnisse benötigen. Aber gerade in diesen Bereichen waren die Preissteigerungen in den vergangenen zehn Jahren besonders hoch. „Während die Gesamtinflation in diesem Zeitraum rund 20 Prozent betrug, stiegen die Wohnkosten um 27 Prozent und die Lebensmittelpreise sogar um 28 Prozent“, so Wieser.

Einkommensunterschied: Frauen verdienten um ein Drittel weniger

Das Brutto-Medianeinkommen der Frauen lag in Niederösterreich rund ein Drittel (32,6 Prozent) unter jenem der Männer. Nur im Burgenland und in der Steiermark waren die Einkommensniveaus der Frauen geringer. Das nominelle Medianeinkommen erhöhte sich um 1,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2015, wodurch sich der Abstand gegenüber dem Medianeinkommen der Männer um 0,7 Prozentpunkte verringerte. „Es braucht wirksame Maßnahmen zur Angleichung der Gehälter von Männern und Frauen. Darunter fallen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie verstärkte Weiterbildung und ausreichend Angebote an Vollzeit-Arbeitsplätzen“, so Wieser.

Medianeinkommen Männer-Frauen 1996-2016 © Grafik: AK, AK Niederösterreich

In Niederösterreich ist das Medianeinkommen der Frauen um 32,6 Prozent geringer, als das der Männer.

Regions- und Bezirksvergleich

Das Mostviertel war die Region mit dem höchsten Einkommensniveau. Das zweithöchste Einkommensniveau wies das Industrieviertel gemeinsam mit dem Zentralraum auf. Schlusslicht hinter dem Waldviertel war das Weinviertel, das 10,6 Prozent unter dem niederösterreichweiten Einkommensniveau lag. Seit Jahren hält sich Amstetten an der Spitze des Bezirksrankings (Brutto-Medianeinkommen: 2.294 Euro). Der Bezirk mit dem niedrigsten Medianeinkommen war auch 2016 Krems (Land) mit einem Wert von 1.582 Euro.

Medianeinkommen Niederösterreich 2016 © AK Niederösterreich, Grafik: AK
Medianeinkommen Österreich 2016 © AK Niederösterreich, Grafik: AK
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