9.11.2021

Der Solidarstaat als Garant für eine gerechte Zukunft

Im zweiten Jahr der COVID-19 Pandemie rücken die arbeitsmarkt-, sozial- und wirtschaftspolitischen Themen stärker in den Fokus. Die Krise hat deutlich gezeigt, wie wichtig der Solidarstaat für uns alle ist. Allerdings bietet er nicht allen Menschen die gleichen Chancen und so werden nun die Verlierer*innen der Krise sichtbar: Arbeitslose, Geringverdiener*innen und Frauen. Der Solidarstaat wird in den nächsten Monaten und Jahren ganz besonders gefordert sein, einen Weg in eine gerechte Zukunft zu ebnen. Dies hat AK Niederösterreich, FH St. Pölten und die Gewerkschaft GPA dazu veranlasst, am 5. November 2021 die jährliche Tagung dem Thema „Der Solidarstaat als Garant für eine gerechte Zukunft“ zu widmen, um Antworten auf diese dringliche Herausforderung unserer Zeit zu geben.

Nach der Eröffnung durch AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzenden Markus Wieser gab es drei Impulsreferate zum Thema.

Heitzmann: Der Solidarstaat – der Weg in eine gerechte Zukunft

Ausgehend vom Bauplan des österreichischen Wohlfahrtsstaates erläuterte ao. Univ. Prof. Dr. Karin Heitzmann die Kriterien für einen zukunftsfähigen Wohlfahrtsstaat: Nachhaltigkeit, intra-und intergenerationelle Gerechtigkeit, Effektivität und Effizienz. Neben den notwendigen Veränderungen am „Bauplan“ des Wohlfahrtsstaates ging sie auch auf Alternativen zum bestehenden Modell ein: z.B. Grundeinkommen, soziale Rechte oder soziale Investitionen.

Picek: Aktive Arbeitsmarktpolitik ist notwendig

Der leitende Ökonom des Momentum Instituts, Mag. Oliver Picek, PhD, rückte eine wichtige Gruppe der Verlierer der Pandemie in den Blickpunkt: die Arbeitslosen. Die Hälfte aller Arbeitslosen bekommt lediglich 978 Euro pro Monat, nur zehn Prozent von ihnen liege über 1.325 Euro im Monat. Das Ziel aktiver Arbeitsmarktpolitik müsse deshalb sein, so Picek, Erwerbslose schnell wieder in Beschäftigung zu bringen und die viel zu hohe Langzeitarbeitslosigkeit durch eine Jobgarantie zu verringern.

Mader: Vom Corona-Applaus zur echten Gleichstellung

Home-Office wird häufig als eine Möglichkeit gesehen, die Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung erleichtert. In einer Online-Umfrage wurde erhoben, wie sich Home-Office tatsächlich auf die Verteilung der unbezahlten Arbeit im Haushalt auswirkt hat. Das Ergebnis ist, so Dr. Katharina Mader von der AK Wien und Wirtschaftsuniversität Wien, dass es noch ein langer Weg bis zur echten Geleichstellung ist.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit ao Univ. Prof. Dr. Karin Heitzmann, MSc Wirtschaftsuniversität Wien, Mag. Sven Hergovich, Landesgeschäftsführer des AMS Niederösterreich, Mag. Georg Kovarik, ehemaliger Leiter des Volkswirtschaftlichen Referats im ÖGB, Mag. Bettina Heise, MSc, Direktorin der AK Niederösterreich wurde die Forderung nach einem größeren Beitrag der Vermögenden erhoben.

Der Solidarstaat als Garant für eine gerechte Zukunft © Alexandra Kromus, AK Niederösterreich V.l.n.r. Mag. Georg Kovarik (ehemaliger Leiter des Volkswirtschaftlichen Referats im ÖGB), Mag. Bettina Heise MSc (Direktorin der AK Niederösterreich), Moderatorin Eva Grigori, BA MA (FH St. Pölten),  Mag. Sven Hergovich (Landesgeschäftsführer des AMS Niederösterreich) und ao Univ. Prof. Dr. Karin Heitzmann, MSc (Wirtschaftsuniversität Wien) diskutierten über den Solidarstaat als Garant für eine gerechte Zukunft. 

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