11.2.2021

Chancen und Herausforderungen für die Zukunft

Dialog Forum „Veränderung der Arbeitswelt“ von AK Niederösterreich und ÖGB NÖ

Beim heutigen Dialogforum von AK Niederösterreich und ÖGB NÖ aus der Reihe „3 V für Österreich“ im ArbeitnehmerInnenzentrum in St. Pölten stand die Frage im Mittelpunkt: Welche Chancen und Herausforderungen bringt die Veränderung der Arbeitswelt mit sich? Die anwesenden ExpertInnen sollten einen Anstoß geben, um konkrete Lösungsansätze zu entwickeln. Zwei weitere Veranstaltungen werden sich den Themen „Verteilungsgerechtigkeit“ und „Versorgungssicherheit“ widmen.

Das Dialog Forum "Veränderung der Arbeitswelt" von AK Niederösterreich und ÖGB NÖ im ArbeitnehmerInnenzentrum St. Pölten fand unter strengen COVID-Auflagen statt. © Franz Gleiß, AK Niederösterreich
Das Dialog Forum "Veränderung der Arbeitswelt" von AK Niederösterreich und ÖGB NÖ im ArbeitnehmerInnenzentrum St. Pölten fand unter strengen COVID-Auflagen statt. © Franz Gleiß, AK Niederösterreich

Bock-Schappelwein: Arbeit gestern – heute – morgen

Der Vortrag von Mag. Julia Bock-Schappelwein trug den Titel „Arbeiten gestern – heute – morgen“. Die Ökonomin am Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) mit dem Arbeitsschwerpunkt Arbeitsmarkt, Bildung und Migration nahm zunächst eine Bestandsaufnahme vor: Wie sehen die langfristigen Entwicklungen sowie die aktuelle Arbeitsmarktlage aus? Die wesentlichen Elemente der veränderten Arbeitswelt sieht sie im Wegbrechen bzw. Hinzukommen von Geschäftsbereichen und Tätigkeiten, neuen Beschäftigungsformen sowie veränderten Anforderungsprofilen an ArbeitnehmerInnen. Am Arbeitsmarkt habe es über Jahrzehnte hinweg eine Zunahme der Beschäftigten gegeben, die Anzahl der Gesamtarbeitsstunden stagniere jedoch heute. Auch die Art der Tätigkeit habe sich gewandelt. Die manuellen Routinetätigkeiten sind zurückgegangen, analytische und interaktive Tätigkeiten sind auf dem Vormarsch. Die Chancen der veränderten Arbeitswelt sieht Bock-Schappelwein in der Altersunabhängigkeit der Arbeitsplätze und in neuen Tätigkeitsfeldern, die ein Bündel an Tätigkeitsinhalten haben. Neben der aktuellen Krise und der Demographie sei die größte Herausforderung, den ArbeitnehmerInnen bei diesen Veränderungen zur Seite zu stehen. „Es braucht neue Instrumente, um die Anpassungsfähigkeit der Arbeitskräfte zu stärken“, so Bock-Schappelwein.

Mag. Julia Bock-Schappelwein vom WIFO referierte beim Dialog Forum von AK Niederösterreich und ÖGB NÖ zum Thema „Arbeiten gestern – heute – morgen“. © Franz Gleiß, AK Niederösterreich
Mag. Julia Bock-Schappelwein vom WIFO referierte beim Dialog Forum von AK Niederösterreich und ÖGB NÖ zum Thema „Arbeiten gestern – heute – morgen“. © Franz Gleiß, AK Niederösterreich

Korunka: Flexible Formen der Arbeit

Unter dem Titel „Flexible Formen der Arbeit und ihre Bedeutung für die Qualität des Arbeitslebens“ beleuchtete Univ.-Prof. Dr. Christian Korunka ebenfalls die Chancen und Herausforderungen der neuen Arbeitswelt. „Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert“, so der Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Wien. „Intensivierung, Flexibilisierung, neue Arbeitsanforderungen und Veränderungen der Qualität des Arbeitslebens sind nur einige dieser Entwicklungen.“ Korunka sieht in der aktuellen Entwicklung zwar auch ein Potential für Verbesserungen der Arbeits- und Lebensqualität, befürchtet aber gleichzeitig, dass sie mit neuen, zum Teil massiven Herausforderungen einhergehen. Die größte Herausforderung sei die zunehmende Beschleunigung. Da Home-Office in den letzten Monaten im Fokus stand, zeigte er an diesem Beispiel, was die Probleme sind und welche Lösungsansätze es gibt, um zu mehr Autonomie zu gelangen, ohne dass die Intensität des Arbeitens aus dem Ruder läuft.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion gingen ExpertInnen aus der Praxis der Frage nach, wie die Zukunft der Arbeitswelt aussehen wird:

  • Mag.a Ursula Eysin, MAS, Geschäftsführerin Red Swan
  • Dr. Jürgen Figerl, AK Niederösterreich, Arbeitsmarktexperte
  • Christian Fußthaler, ZKW Group GmbH, ArbeiterInnen-Betriebsratsvorsitzender
  • Ing. Thomas Welser, Welser Profile GmbH, Chief Executive Officer (CEO)

Heise: Ausblick

AK Niederösterreich-Direktorin Mag. Bettina Heise bot zum Abschluss der Veranstaltung einen Ausblick auf künftige Aktivitäten der AK Niederösterreich. Der heutigen Diskussion werden zwei weitere Veranstaltungen folgen. Die Ergebnisse aller Veranstaltungen und weitere Perspektiven werden Anfang April in einem Memorandum vorgestellt. Darüber hinaus hat die AK Niederösterreich die „3 V“ zu ihrem Schwerpunkt der interessenpolitischen Arbeit gemacht. „Wir wollen wird nicht nur die Probleme aufzeigen, sondern wir präsentieren konkrete Lösungsansätze“, sagte AK-Direktorin Heise. „Wir werden darüber hinaus mit dem Projektfonds Arbeit 4.0 heuer ganz konkret Ideen und Projekte fördern, die Lösungen zum Wohle der ArbeitnehmerInnen bei diesen Veränderungen der Arbeitswelt anbieten. Ab 22. Februar können Projekte bis zu 200.000 Euro eingereicht werden“, so Heise. 

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