12.6.2017
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BM Stöger und AK-Präsident Wieser: Fokus auf Aus- und Weiterbildung im digitalen Wandel

Die Digitalisierung wird große Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt bringen. Neue Berufsbilder werden entstehen, andere womöglich verschwinden. Wie dieser Wandel in den nächsten Jahren im Detail aussehen wird, darüber wird heute beim Dialog Forum „Arbeit 4.0“ von AK Niederösterreich und ÖGB NÖ diskutiert. AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser fordert: „Sozialpartner und Politik müssen für Rahmenbedingungen sorgen, um die negativen Auswirkungen der Digitalisierung abzufedern.“ Ein wesentlicher Faktor dabei ist duale Weiterbildung, die ähnlich dem Modell der dualen Ausbildung in der Lehre umgesetzt werden soll. Bundesminister Alois Stöger betrachtet den Arbeitsmarkt als einen Bereich, in dem die Politik gefragt ist. „Es stellt sich nicht nur beim Einkommen die Frage der Verteilung, sondern maßgeblich auch beim Zugang zu Bildung“, so Stöger.

AK Niederösterreich-Präsident Markus Wieser erinnert in seiner Rede an die Studie des Instituts für höhere Studien (IHS) zur Auswirkung von Digitalisierung und Automatisierung auf die Arbeitsplätze. Laut IHS sind neun Prozent aller Arbeitsplätze, das sind rund 360.000 Jobs, hoch gefährdet, durch die Digitalisierung wegzufallen. „Die Automatisierungswahrscheinlichkeit steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Ausbildungsgrad der ArbeitnehmerInnen. Je niedriger der Bildungsabschluss, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Arbeitsplatz im Zuge der Digitalisierung wegfällt“, sagt Wieser. Der AK-Präsident möchte aber keine Angst schüren, da „Angst ein schlechter Ratgeber“ ist. „Die Digitalisierung wird auch Arbeitsplätze schaffen. Geringer qualifizierte ArbeitnehmerInnen werden mit entsprechender Unterstützung durch die neuen Technologien Tätigkeiten verrichten können, zu denen sie bisher nicht in der Lage waren“, so Wieser.
„Sozialpartner und Politik müssen für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen, um die negativen Auswirkungen der Digitalisierung abzufedern und die positiven Auswirkungen bestmöglich zu nutzen“, so Wieser. Auf welchem Weg soll dieses Ziel erreicht werden? Wieser erinnerte diesbezüglich an das erfolgreiche Modell der dualen Ausbildung in der Lehre. „Analog zur dualen Lehrausbildung wollen wir eine duale Weiterbildung“, erklärt Wieser. „Wir wollen damit ein Modell, in dem sich alle Beschäftigten strukturiert und kontinuierlich fit halten können für die sich ständig verändernden Anforderungen des Arbeitslebens.“ Die Arbeiterkammer bemühe sich im Dialog mit Wissenschaft und Wirtschaft um eine Konkretisierung dieser abstrakten Forderung.


„Menschen müssen den Zugang erhalten, den digitalen Wandel zu bewältigen“, fordert Alois Stöger, Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, in seiner Rede. Die Politik liefere Lösungen auf zwei Ebenen: Zum einen gehe es um die Frage, jungen Menschen den Zugang zu Ausbildung zu gewähren. So sei es Pflicht des Staates, dass jeder Jugendliche in Österreich nach Abschluss der Pflichtschule eine Ausbildung absolviert. „Es ist aber auch wichtig, Menschen Zugang zu Bildung zu ermöglichen, auch wenn sie im Arbeitsleben stehen“, verweist Stöger auf das Fachkräftestipendium. 
Fragen der Aus- und Weiterbildung stellen sich aber nicht nur der Politik, auch Betriebe seien gefordert, Qualifizierungsfragen zu diskutieren. Die große Herausforderung ist: „Wie schaffen wir für breite Bevölkerungsgruppen den Zugang zu Bildung?“, so Stöger. „Arbeit 4.0 bringt einerseits neue Chancen und birgt andrerseits Risiken.“ Es gehe darum, den Risiken Sicherheiten entgegenzusetzen, damit die Menschen diesen Wandel gut bewältigen können.


TIPP

Infos zu der Veranstaltung unter www.arbeitvierpunktnull.at.

Beitrag von P3TV


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