AK Niederösterreich-Arbeitsrecht: 56 Millionen Euro für Beschäftigte erkämpft

150.000 Beschäftigte - also jede/r vierte Arbeitnehmer/in in Niederösterreich - haben 2019 die Hilfe der AK Niederösterreich bei Problemen am Arbeitsplatz in Anspruch genommen. „Für die Betroffenen haben wir 56 Millionen Euro erkämpft“, informierte AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser bei der Arbeits- und Sozialrechts-Bilanz-Pressekonferenz in St. Pölten. Besonders häufig kam es zu Problemen bei der Kündigung sowie bei ausstehenden Löhnen und Gehältern. „Das zeigt, wie umfassend die Probleme in der Arbeitswelt sind. Es handelt sich hier um Geld, das den Betroffenen zusteht und das ihnen aus vielerlei Gründen vorenthalten wurde. Mit unserer Hilfe war es möglich, diese Summen für sie einzubringen“, so Wieser.  Auch die neue Pflegegeld-Beratung war im Vorjahr stark nachgefragt.

AK jederzeit ein starker Partner

In knapp 4.200 Fällen erreichte die AK Niederösterreich die Zahlung ausstehender Löhne und Gehälter, indem sie beim Arbeitgeber intervenierte. Für weitere knapp 1.800 niederösterreichische ArbeitnehmerInnen musste die AK vor Gericht ziehen. Im Arbeitsrecht betreffen die Anfragen in erster Linie finanzielle Ansprüche (Entlohnung unter dem Kollektivvertrag, falsch berechnete Abfertigungen) oder Probleme rund um Kündigungen sowie Urlaub. Im Sozialrecht geht es oft um Versicherungs-Ansprüche (Krankenversicherung, Pensionsversicherung, Arbeitslosenversicherung). „Mit der Arbeiterkammer Niederösterreich haben alle Beschäftigten jederzeit einen starken Partner an ihrer Seite, der ihre berechtigten Ansprüche sichert und ihre Rechte vertritt“, so Wieser.
Ein großer Erfolg war die Pflegegeld-Beratung, die im vorigen Jahr deutlich ausgebaut wurde und nun landesweit durchgeführt wird. „Diese Leistungen haben knapp 300 NiederösterreicherInnen in Anspruch genommen“, so Wieser. Für 80 NiederösterreicherInnen zog die AK im Vorjahr vor Gericht, um eine höhere Pflegegeld-Einstufung einzufordern.

AK-Forderung umgesetzt: Bessere Kündigungsfristen für ArbeiterInnen

Mit Beginn des kommenden Jahres kommt es im Arbeitsrecht zu einer gesetzlichen Verbesserung, die von AK und Gewerkschaft schon lange gefordert wurde und nun umgesetzt wird: „Für die rund 260.000 ArbeiterInnen gelten die gleichen Kündigungsfristen wie für Angestellte“, so Wieser. Im Regelfall bedeutet das eine Kündigungsfrist von sechs Wochen statt wie bisher 14 Tagen. Bei längerer Betriebszugehörigkeit verlängern sich die Fristen. Einzelne Kollektivverträge können auch bessere Lösungen vorsehen. Bereits Mitte 2018 ist mit der Angleichung bei der Entgeltfortzahlung eine langjährige Forderung endlich umgesetzt worden. Außerdem gilt die Entgeltfortzahlung auch bei einvernehmlichen Auflösungen.

AK-Experten laufend im Einsatz für die ArbeitnehmerInnen

Doris Rauscher-Kalod, Leiterin der Abteilung Arbeits- und Sozialrecht, rät Beschäftigten, sich so bald wie möglich mit der AK in Verbindung zu setzen, wenn der Verlust des Arbeitsplatzes im Raum steht oder das Arbeitsverhältnis bereits beendet wurde. „Besonders wichtig ist das bei Entlassungen. Häufig geht es hier um knappe Fristen und daher sehr viel Geld. Das Beste ist also, sich rasch an die AK Niederösterreich-Arbeitsrechtshotline 05 7171-22 000 zu wenden“, sagt Rauscher-Kalod. Auch wenn der Arbeitgeber das Dienstverhältnis etwa mit einer einvernehmlichen Auflösung beenden möchte, rät die Expertin: „Nichts vorschnell unterschreiben. Lassen Sie sich lieber vorher bei uns beraten.“ Und grundsätzlich gelte: Schriftliche Mitteilungen von Vorgesetzten sollten weder ignoriert noch achtlos weggeworfen werden.

Alfred Jordan als Vertreter des Bereichs Regionale Aufgaben, AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser und Doris Rauscher-Kalod, Leiterin der Abteilung Arbeits- und Sozialrecht, zogen Bilanz.  © Alexandra Kromus, AK Niederösterreich
Alfred Jordan als Vertreter des Bereichs Regionale Aufgaben, AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser und Doris Rauscher-Kalod, Leiterin der Abteilung Arbeits- und Sozialrecht, zogen Bilanz. © Alexandra Kromus, AK Niederösterreich

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