22.6.2017
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AK-Wieser: Zweite Chance für Menschen mit Schulden

Kein Job – hohe Schulden – erst recht kein Job: ein Teufelskreis. Die Zahlen machen deutlich: Von rund 110.000 überschuldeten Personen konnten im Jahr 2016 nur knapp  8000 Privatinsolvenz eröffnen – das bedeutet, dass die restlichen 101.000 in der Schuldenfalle bleiben mussten. Besonders häufig an der Entschuldung scheitern Arbeitslose und Frauen. AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser unterstützt die im Justizausschuss beschlossene Gesetzesnovelle: „Nun bekommen auch Menschen mit hohen Schulden eine zweite Chance.“

In der Beratungsarbeit der AK Niederösterreich zeigt sich Tag für Tag: Besonders arbeitslosen Menschen mit hohen Schulden gelingt das Comeback ins Berufsleben kaum. Viele haben wegen der Gehaltspfändungen ihren Job verloren und finden nun weder eine neue Arbeit noch heraus aus den Schulden. Oft der einzige Ausweg: untertauchen oder die Flucht in die Schwarzarbeit. Das soll sich mit den Neuerungen bei der Privatinsolvenz ändern. „Der Wegfall der 10-Prozent-Mindestquote ermöglicht es Menschen, noch einmal neu durchzustarten“, befürwortet Wieser den Beschluss. An dieser Quote scheiterten bislang gut 90 Prozent der Betroffenen: Wer es nicht schaffte, innerhalb von sieben Jahren 10 Prozent der Schulden zurückzuzahlen, verspielte jede Chance auf die Befreiung von der restlichen Schuldenlast und die Rückkehr in ein normales Leben.

Besonders schwierig ist der Weg in den Privatkonkurs auch für Frauen, die nach der Scheidung auf dem einst gemeinsam aufgenommenen Schuldenberg sitzen bleiben. Auch für sie gilt: Endlich können sie in Insolvenz gehen und die Schulden loswerden.

Die Neuerungen tun übrigens auch der Wirtschaft gut, denn: Gut ein Drittel der Betroffenen sind gescheiterte Unternehmer. Diese waren aufgrund der geltenden Rechtslage oft in der Schuldenspirale gefangen, anstatt als UnternehmerInnen oder ArbeitnehmerInnen neu durchstarten zu können.

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