Wie viel verdient man in Niederösterreich? 

Einkommensanalyse 2018

2.171 Euro betrug das Bruttomedianeinkommen der unselbstständigen Beschäftigten in Niederösterreich. Im Vergleich zu 2017 ist das ein Plus von 55 Euro bzw. 2,6 Prozent. Abzüglich der Inflation (2 Prozent) verringerte sich der Zuwachs des Bruttomedianeinkommens auf real 13 Euro (0,6 Prozent). 

Werden Sozialversicherung, Lohnsteuer und Inflation berücksichtigt, verringerte sich das reale Nettomedianeinkommen um durchschnittlich einen Euro pro Monat. 

Ländervergleich

Im Bundesländervergleich lag das niederösterreichische Medianeinkommen mit 2.171 Euro an siebenter Stelle und musste damit nach Salzburg (2.188 Euro) im vergangen Jahr, dieses Jahr auch Kärnten (2.183 Euro) Platz machen. Das Bundesland mit dem höchsten Einkommensniveau war Vorarlberg (2.392 Euro), jenes mit dem geringsten Medianeinkommen das Burgenland (1.923 Euro).

Einkommensanalyse 2018: Bundesländervergleich ©  , AK Niederösterreich


Frauen verdienten rund ein Drittel weniger

1.686 Euro beträgt das Medianeinkommen der Frauen im Jahr 2018. Das sind um 801 Euro weniger als das Medianeinkommen der Männer: 2.487 Euro.

Die Männer haben ein Plus von real 0,3 Prozent gegenüber 2017, bei Frauen real von 0,8 Prozent.

Die Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern betrug damit 32,2 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich der geschlechtsspezifische Einkommensunterschied um 0,3 Prozentpunkte.

Einkommensanalyse 2018: Wieviel verdienen Frauen weniger als Männer (Prozent)? ©  , AK Niederösterreich
Einkommensanalyse 2018: Wieviel verdienen Frauen weniger als Männer (Prozent)? © , AK Niederösterreich


Hohe Teilzeitquote

Ein Grund für den großen Einkommensunterschied ist ua. die hohe Teilzeitquote bei Frauen (NÖ: 48,2 Prozent, Ö: 48,3 Prozent). Die Teilzeitquote bei Männern liegt in NÖ bei 8,4 Prozent (Ö: 10,3 Prozent).

Dennoch kann der Einkommensunterschied nicht auf die unterschiedlichen Arbeitszeiten reduziert werden. Berufswahl, Branchenstruktur sowie unterschiedliche Karrierechancen, Unterbrechungen der Erwerbskarriere aufgrund von Kinderbetreuung etc. haben Auswirkungen auf das Einkommen der Frauen.

Frauen/Männerbranchen

In typischen Frauenbranchen (Handel, Beherbergungs- und Gaststättenwesen oder Gesundheits- und Sozialwesen) war das Lohnniveau deutlich geringer und der Anteil der Teilzeitbeschäftigten weit höher als in typischen Männerbranchen (Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren oder Baugewerbe/Bau).

Abseits davon bestehen jedoch auch Einkommensunterschiede, die nicht durch oben genannte Gründe erklärbar sind und auf unterschiedliche Entlohnung aufgrund des Geschlechts zurückzuführen sind!

Regions- und Bezirksvergleich

Das Mostviertel war die Region mit dem höchsten Einkommensniveau. Das zweithöchste Einkommensniveau wies das Industrieviertel auf, gefolgt vom Zentralraum. Schlusslicht hinter dem Waldviertel war das Weinviertel, dessen Einkommensniveau um 11,2 Prozent unter dem niederösterreichweiten lag.

1. Platz Amstetten

Seit Jahren hält sich Amstetten an der Spitze des Bezirksrankings (Medianeinkommen: 2.430 Euro), gefolgt von Waidhofen/Ybbs (2.300 Euro) und St. Pölten (Stadt) mit 2.298 Euro.

Letzter Platz Krems Land

Der Bezirk mit dem niedrigsten Medianeinkommen war abermals Krems (Land) mit einem Einkommensniveau in Höhe von 1.671 Euro.

"Das Einkommen ist ein wesentlicher Bestandteil der Lebenschancen und Lebensplanung."

Markus Wieser

AK Niederösterreich-Präsident

Forderungen der Arbeiterkammer

* Wirksame Maßnahmen gegen die kalte Progression

* Verbesserte Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Eine wichtige Voraussetzung zur Schließung der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern ist eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Durch verstärkte Investitionen in die soziale Infrastruktur, kann diese Ursache unfreiwilliger Teilzeitarbeit eingedämmt werden. Konkret gefordert werden mehr flächendeckende, den Erfordernissen der verändernden Arbeitswelt und den Bedürfnissen der ArbeitnehmerInnen entsprechende Kinderbetreuungseinrichtungen (vor allem Kinderkrippen) sowie mehr Ganztagsschulen. 

* Reallohnsteigerungen: Die Zunahme der Bruttolöhne und -gehälter sollte sich an Produktivitätszuwachs und Inflation orientieren, um den Anteil der ArbeitnehmerInnen am gesellschaftlichen Wohlstand zu sichern. Die letzten Jahre haben gezeigt, welch wichtige Rolle der private Konsum in Österreich für die gesamtwirtschaftliche Nachfrage spielt. Deutliche Reallohnsteigerungen sind v.a. im Niedriglohnbereich notwendig.

* Erhöhung der kollektivvertraglichen Mindestlöhne: Vor allem in den unteren Einkommensgruppen sind reale Einkommenssteigerungen besonders von Nöten – sowohl um den Lebensstandard als auch die Konsumnachfrage zu heben. „Es soll keinen Kollektivvertrag unter 1.700 Euro Mindestlohn mehr geben“, so Wieser. „Die Gewerkschaften haben heuer schon sehr gute Ergebnisse erzielt, das ist ein Beweis für eine funktionierende Sozialpartnerschaft, die es auch weiterhin aufrechtzuerhalten gilt.“

* Verstärkte Initiative für Frauen in klassischen Männerberufen: Ein weiterer Ansatzpunkt zur Schließung der Einkommensschere zwischen Männern und Frauen ist die Auswahl des Berufs. Klassische Frauenberufe sind im Durchschnitt deutlich schlechter bezahlt als klassische Männerberufe. Eine Aufwertung dieser Berufe ist anzustreben.

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Markus Wieser

AK Niederösterreich-Präsident