Grimmige Katze © farbkombinat, stock.adobe.com
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Schluss mit dem Inkasso-Wucher

Dass ein Brief vom Inkassobüro teuer sein kann, liegt in der Natur der Sache. Wenn die Forderung aber den Grundpreis um ein Vielfaches übersteigt, liegt der Verdacht des Wuchers nahe. Die AK Niederösterreich fordert daher eine Deckelung für Inkassokosten.

Eine Frau bestellt bei einem Online-Anbieter eine Fototasse. Den Rechnungsbetrag vergisst sie zu überweisen. Monate später erhält sie eine Zahlungsaufforderung eines Inkassobüros.

Zahlungsaufforderung 17 Mal so hoch

Rechnungsbetrag: 3,99 Euro
Forderung Inkassobüro: 70,30 Euro

Das ist mehr als das 17-fache des ursprünglichen Preises!

Forderung nicht verhältnismäßig

Die betroffene Konsumentin wendet sich an die Arbeiterkammer Niederösterreich, weil die Forderung in keinem vernünftigen Verhältnis stehe. Dieser Ansicht die AK-Konsumentenschützer. Laut Gesetz müssen in Österreich Betreibungskosten, also die Inkassogebühren, zweckmäßig und angemessen sein. Davon kann in diesem Fall keine Rede sein. Daher ist eine solche Forderung rechts- und sittenwidrig.

Kein Mahnschreiben

Vorerst versuchen es die AK-Konsumentenschützer mit dem Kulanzweg und hoffen auf ein Einlenken des Inkassobüros auf einen entsprechenden Einspruch. Die Begleichung des Grundpreises inklusive Zinsen ist für die betroffene Frau selbstverständlich. Sie verweist übrigens auch darauf, dass sie ein vorangegangenes Mahnschreiben, das in der Inkassoforderung erwähnt wurde, weder postalisch noch per Mail erhalten habe.



AK-Forderung

Weil eine derart unverhältnismäßig hohe Forderung kein Einzelfall ist, fordert die AK Niederösterreich eine Änderung der geltenden Inkassobüroverordnung:
Inkassokosten müssen mit der Höhe der Grundforderung gedeckelt werden. Es kann nicht sein, dass die Kosten den geforderten Betrag um ein Vielfaches übersteigen!