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Gute Arbeit

Die rechtlichen Vorgaben für die Definition von Guter Arbeit bieten eine solide Basis und sind pragmatisch: Gute Arbeit muss so gestaltet sein, dass sie die körperliche und psychische Gesundheit erhält und dem sozialen Wohlbefinden zuträglich ist.

Die Ansprüche der Beschäftigten an Gute Arbeit bauen auf dieser rechtlichen Grundlage auf, gehen aber weiter und sind, wie zahlreiche Studien und Umfagen zeigen, durchaus konkreter: Sie schließen u.a. Anforderungen an die humane Gestaltung der Arbeitszeiten, an alternsgerechte Arbeitsgestaltung und an Gleichberechtigung ein, genauso wie sichere Beschäftigungsverhältnisse, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie ein höheres Maß der Autonomie und der betrieblichen demokratischen Einbindung bei der qualitätsvollen Gestaltung der Arbeitszeiten und Bedingungen.

Immer mehr Menschen sind an neuen Arbeitsnormen interessiert und sprechen sich für eine sogenannte vollzeitnahe Teilzeit aus, die es ihnen ermöglichen soll, neben der Erwerbsarbeit auch die Fürsorgearbeit für sich selbst und für andere zu leisten.

DGB-Index Gute Arbeit

Der DBG (Deutsche Gewerkschaftsbund) gibt jährlich den DGB-Index Gute Arbeit in Auftrag, bei dem in Form einer Repräsentativerhebung die Arbeitsbedingungen der Erwerbstätigen in Deutschland abgefragt werden. Als Kriterien zur Ermittlung der Arbeitsqualität werden vom DBG genannt:

Gestaltungsmöglichkeiten: Welchen Einfluss die ArbeitnehmerInnen auf Arbeitsmenge und Arbeitszeit sowie die selbständige Planung ihrer Arbeit haben.

Entwicklungsmöglichkeiten: Dazu zählen Weiterbildungsmöglichkeiten im Betrieb, Aufstiegschancen und die Möglichkeit, eigene Ideen in die Arbeit einzubringen.

Betriebskultur: Die Betriebskultur wird beeinflusst durch Wertschätzung von Vorgesetzten, Hilfe durch KollegInnen, rechtzeitige Informationen, offenes Meinungsklima, gute Planung durch Vorgesetzte und die Förderung von Kollegialität.

Sinn der Arbeit: Können sich die Beschäftigten mit der Arbeit identifizieren und glauben sie damit einen wichtigen Beitrag für den Betrieb oder auch für die Gesellschaft zu leisten?

Arbeitszeitlage: Auf welche Wochentage und Tageszeit(en) verteilt sich die Arbeit? Sollen die MitarbeiterInnen ständig für den Betrieb erreichbar sein? Leisten sie auch unbezahlte Arbeit für den Betrieb?

Emotionale Anforderungen: Werden MitarbeiterInnen mit oder ohne Respekt behandelt? Müssen sie ihre Gefühle verbergen? Kommt es zu Konflikten mit Kunden/Klienten?

Körperliche Anforderungen: Stellt die Arbeit eine körperliche Belastung dar? Beispiele: ungünstige Körperhaltungen, schwere Arbeit, Kälte, Nässe, Zugluft, Lärm, etc.

Arbeitsintensität: Diese wird definiert durch Arbeit unter Zeitdruck, divergierende Ziele der Aufgabenstellungen, Abstriche bei der Qualität der Arbeitsausführung und der Verfügbarkeit aller arbeitswichtigen Informationen.

Einkommen: Entspricht der Lohn/das Gehalt der geleisteten Arbeit? Kann man davon das Leben bestreiten, bzw. eine Pension erarbeiten, von der man später leben kann?

Betriebliche Sozialleistungen: Welche Sozialleistungen werden im Betrieb geboten? Z.B. Altersvorsorge, Gesundheitsförderung, Kinderbetreuung, Fahrtkosten, Essenszuschüsse?

Beschäftigungssicherheit: Sind technische Veränderungen oder Umstrukturierungen zu befürchten, bei denen der Arbeitsplatz gefährdet wird? Machen sich die MitarbeiterInnen Sorgen um ihre berufliche Zukunft und ihren Arbeitsplatz?

DGB-Index Gute Arbeit 2012 © Quelle: Arbeitsfähigkeit bis zur Rente? DGB-Index Gute Arbeit - Der Report - Ergebnisse der Repräsentativumfrage 2012 zur Ermittlung des DGB-Index Gute Arbeit, Grafik: AKNÖ,

Quelle: Arbeitsfähigkeit bis zur Rente? DGB-Index Gute Arbeit - Der Report - Ergebnisse der Repräsentativumfrage 2012 zur Ermittlung des DGB-Index Gute Arbeit

Die Ziele der AK Niederösterreich

Wunsch und Wirklichkeit vermehrt zusammenzuführen und insbesondere für die Einhaltung sowie den Ausbau des Arbeitsrechtes zu sorgen, ist eine der Aufgaben, der sich Arbeiterkammer und Gewerkschaft verschrieben haben. Dies ist umso wichtiger, da prekäre Arbeitsverhältnisse deutlich zunehmen. Besondere Aufmerksamkeit verdient hierbei der Sozial- und Gesundheitsbereich, in dem vor allem Frauen weit von existenzsichernden Einkommen entfernt sind. Exakte Daten zu den boomenden Werkverträgen fehlen, geschätzt wird, dass bis zu 50.000 Frauen als 24-Stunden- Pflegerinnen für ein Tageshonorar zwischen 40 und 60 Euro arbeiten.

In der Gestaltung von Guten Arbeitsplätzen wird in Zukunft auch berücksichtigt werden, dass die körperlichen Belastungen zwar leicht abnehmen jedoch auf einem hohen Niveau stagnieren und dass die psychischen Belastungen eindeutig massiv im Steigen sind.

Verschärft wird die Situation auch durch die demographische Entwicklung – die Beschäftigten selbst werden immer älter - und dadurch, dass ein großer Teil der zunehmend älteren Bevölkerung immer weniger Chancen auf ein Beschäftigungsverhältnis hat, wenn der Arbeitsplatz einmal verloren gegangen ist.

Gesundheitsprävention – auch im Sinne einer Stärkung der Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) und die Evaluierung psychischer Belastungen gewinnen daher zunehmend an Bedeutung. Dies umso mehr unter dem Aspekt des Aktiven Alterns.

Berufsrechte

Berufsrechte für MitarbeiterInnen in Gesundheits- und Pflegeberufen

Berufsschutz

Qualifizierte ArbeitnehmerInnen mit einer mindestens zweijährigen Ausbildung genießen den Vorteil eines Berufsschutzes.

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