30.1.2020

Wiedereinstiegsmonitoring: Wie lange bleiben berufstätige Eltern zu Hause?

Hintergrund

Im AK Wiedereinstiegsmonitoring wird alle zwei Jahre das Wiedereinstiegsverhalten von Eltern nach der Geburt eines Kindes analysiert. Es wird die durchschnittliche Dauer des Kinderbetreuungsgeldbezugs ermittelt und die Entwicklung der Erwerbstätigkeit nach der Kinderauszeit aufgezeigt.

Grundlage dafür sind Daten von Sozialversicherungsträger, Krankenkassen und dem Arbeitsmarktservice. L&R Sozialforschung hat im Auftrag der Arbeiterkammer auch die Daten auf Ebene der Bundesländer ausgewertet. 

2016 waren 16.105 Personen in Niederösterreich in Kinderauszeit, 10.148 davon waren zuvor überwiegend Beschäftigte und sind damit potentielle „WiedereinsteigerInnen“

Wiedereinstiegsmonitoring: Der vollständige Bericht (3,2 MB)

Väter zu Hause

Immer mehr Männer bleiben bei ihren Kinder zu Hause. In Niederösterreich stieg der Männeranteil in den letzten zehn Jahren von 7 Prozent auf 18 Prozent an. 

Grafikkurve zeigt, wie viele nö. Männer bei ihren Kindern zu Hause bleiben © AK Niederösterreich,

GUT ZU WISSEN

Je höher die Väterbeteiligung bei der Kinderauszeit ist, umso höher ist der Anteil der Frauen, die bis zum Ende der Karenz wieder erwerbstätig sind. Bezieht nur die Frau Kinderbetreuungsgeld, so sind in Niederösterreich zwei Jahre nach der Geburt lediglich 60% der Frauen wieder erwerbstätig.
Grafik: Wiedereinstiegsquote von Frauen zum 2. Geburtstag des Kindes © AK Niederösterreich

Kinderbetreuungsgeld: Kurze Bezugsdauer beliebt

Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld ist  in Niederösterreich sehr beliebt. 

Haben im Jahr 2010 nur 19,4 Prozent der Eltern in Niederösterreich das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld bezogen (Bezugsdauer 12+2 Monate), so sind es 2016 bereits doppelt so viele (43,5 Prozent). 

Grafik: Frauen in Kinderauszeit nach Bezugsvariante des Kinderbetreuungsgeldes in NÖ © AK Niederösterreich

Betreuungsangebote noch unzureichend ausgebaut

Eine generell kurze Kinderbetreuungsauszeit schafft jedoch auch größeren Bedarf an institutionellen Betreuungsangeboten für Kleinkinder. Das Angebot für diese Altersgruppe ist in Niederösterreich noch sehr schwach ausgebaut. Die Betreuungsquote der 1-Jährigen in Niederösterreich liegt derzeit nur bei 11%. 



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