Nachhilfestudie 2019: Nicht für alle leistbar

Jeder zehnte befragte Elternteil hätte gerne Unterstützung beim Lernen in Anspruch genommen doch für die meisten wäre Nachhilfe zu teuer. Das betrifft hochgerechnet ca. 10.000 SchülerInnen in Niederösterreich, zeigt das aktuelle Nachhilfemonitoring im Auftrag der Arbeiterkammer. Im Schnitt gaben niederösterreichische Eltern im letzten Jahr pro Schulkind 570 Euro für Nachhilfe aus, das sind rund 19,4 Millionen Euro für Nachhilfe. Die hohen Kosten und der tägliche Lernstress belasten jedoch die Familien. Eltern wünschen sich, dass Lernen und Üben in der Schule stattfindet. „Wir brauchen an den Schulen mehr ganztägige Betreuungsangebote und eine Schulfinanzierung nach einem Chancen-Index. Also mehr Geld für Schulen mit Kindern, die nicht von den Eltern beim Lernen unterstützt werden können“, so Arbeiterkammer Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

In Niederösterreich bekommen rund 33.500 SchülerInnen bezahlte Nachhilfe. Das sind um 5.500 mehr als im Vorjahr. Die hohen Kosten dafür belasten jedenfalls das Familienbudget. „Mehr als die Hälfte fühlt sich durch Nachhilfe finanziell belastet“, gibt AK-Bildungsexperte Günter Kastner zu bedenken.

Unterstützung der Eltern notwendig

Viele Eltern lernen und üben mit ihren Kindern zu Hause. „Mit knapp der Hälfte der SchülerInnen (47 %) lernen die Eltern täglich oder zumindest mehrmals in der Woche. Dabei fühlen sich vier von zehn Eltern gestresst, weil sie Schulaufgaben sowohl zeitlich, familiär als auch fachlich sehr beanspruchen. Von einer Entlastung der Eltern kann also keine Rede sein“, erklärt Günter Kastner.

Ganztagsschulen und Nachmittagsbetreuung wirken 

Eltern wünschen sich mehr kostenlose Nachhilfeangebote und Förderunterricht an den Schulen, eine Ausweitung der schulischen Nachmittagsbetreuung, sowie einen Ausbau der Ganztagsschulen. Tatsächlich bringen hochwertige Ganztagsschulen in verschränkter Form, in denen Unterricht, Üben und Freizeit über den ganzen Tag verteilt sind, eine Entlastung für die Familien. Ein Viertel der Schulkinder der Befragten befindet sich in Nachmittagsbetreuung und hier zeigt sich: knapp zwei Drittel sind damit (sehr) zufrieden und 61 Prozent geben an, dass sie dadurch keine oder weniger Nachhilfe brauchen.

„Wir brauchen an den Schulen dringend ganztägige Betreuungsangebote und eine Umstellung der Schulfinanzierung nach einem Chancen-Index“, fordert AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. Schulen mit einem höheren Anteil an Kindern aus sozial schwächeren Verhältnissen sollen zusätzliche finanzielle Mittel bekommen, mit denen sie pädagogische Förderangebote, kleinere Lerngruppen und zusätzliche Lehrkräfte bezahlen können. Damit wäre es möglich, die SchülerInnen besser zu fördern. „Unser Bildungssystem muss sozial gerecht werden. Der schulische Erfolg der Kinder in unserem Land darf nicht vom Einkommen der Eltern abhängig sein“, sagt Wieser abschließend.

Forderung

„Eltern wünschen sich mehr kostenlose Angebote an den Schulen.“

AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser

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